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Das Pflänzchen Hoffnung

13.02.2010 | 08:00 Uhr

Diese offizielle Vorstellung der „Königlichen Höfe”– oder besser: ihrer Idee – macht Mut. Sowohl Stadt als auch Investor ist es wichtig, dass dieses Projekt von den Moerserinnen und Moersern mitgetragen wird.

Und ist besonders wichtig, weil man im Vorfeld versäumt hat, diesen Eindruck in letzter Konsequenz zu wecken. Sicher, es gibt die strengen Regeln des Wettbewerbsverfahrens. Aber es gibt auch einen Spielraum, der wurde vor allem durch die um drei Tage verzögerte Präsentation nicht ausgereizt. Die neuen Signale stimmen optimistisch.

Mut macht überdies das Konzept selbst. Die Idee, auch wenn sie bislang nur eine Skizze ist, überzeugt. Moers hat einen unverwechselbaren Charakter und mit seiner Altstadt ein großartiges Marketing-Argument. Diese Struktur fortzuführen und zu stärken, ist nicht nur hübscher, sondern es könnte gleichsam das Alleinstellungsmerkmal gewährleisten, das die Grafenstadt zwischen Duisburg, Krefeld oder Oberhausen braucht.

Vorerst letzte Chance

Die Vergabe an MAB ist die vorerst letzte Chance, ein Stück Innenstadt-Attraktivierung von einem interessierten und potenten Investor umsetzen zu lassen. Aus eigener Kraft wird über viele Jahre nichts mehr möglich sein, und mit der Verlegung des Busbahnhofs wäre zumindest schon mal ein Baustein der geplanten City-Umgestaltung umgesetzt. Möglicherweise erweist sich ein neues Quartier „Königliche Höfe” als Magnet für weitere Investoren. So viel zum Pflänzchen Hoffnung.

Auf der anderen Seite steht der berechtigte Anspruch der Eigentümer, gute Preise für ihre Filetstücke zu erzielen. Der öffentliche Druck einer breiten Zustimmung für das MAB-Projekt, und damit der öffentliche Fokus auf die Verhandlungen, darf dabei höchstens als Regulativ eingesetzt werden. Gier oder Nickeligkeit würden entsprechend quittiert, unfaire Kaufangebote allerdings auch. Wir dürfen getrost davon ausgehen, dass der Riese MAB mit der niederländischen Raiffeisenbank im Rücken gute Sondierungsgespräche im Vorfeld geführt hat. Sonst wär er nicht mehr hier. Bestenfalls gibt es am Ende viele Gewinner.

Zumindest am Königlichen Hof. Denn eines darf auch nicht vergessen werden: 15 000 Quadratmeter Verkaufsfläche werden nicht weniger, wenn man sie auf ein charmantes City-Quartier aufteilt. Der Einzelhandelsverband bangt nach wie vor um seine Mitglieder zwischen Braun und Kö. Und natürlich um die auf dem Weg zur toten Horten-Ecke.

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