Das passt alles in zwei Koffer

Moers..  Veronika Peters ist gern nach Repelen gekommen. Die in Berlin wohnende Autorin las am Freitag in der evangelischen Dorfkirche aus ihrem Erstroman „Was in zwei Koffer passt“. Die Veranstaltung war Teil der Lesereihe „HORIZONTE.himmelwärts.“ des grenzüberschreitenden Museumsnetzwerks Niederrhein. „Auch wenn ich mittlerweile drei weitere Romane veröffentlicht habe, ist es schön etwas aus meinem Ersten vorlesen zu dürfen,“ freute sich die Autorin.

Peters Roman beschreibt ihren Eintritt 1987 in ein Kloster und nach zwölf Jahren den Austritt, da sie den Autor Christoph Peters kennenlernte, mit dem sie heute verheiratet ist und eine Tochter hat. „Aufbruch, Ankunft und der Weg an die Grenze“ heißt das erste Kapitel. Darin beschreibt sie ihre Ankunft und ersten Tag im Kloster. Es wird deutlich: Der Anfang war nicht gerade einfach. Allein die Riten während der Gottesdienste und der Mahlzeiten waren neu und ungewohnt.

Da heißt es: „Gesang, Tischgebet, Amen, Hinsetzen.“ Auf teilweise humorvolle Art beschreibt Peters die Nonnen. Dabei ist sie auch über verschiedene Gewohnheiten sehr überrascht. „Ihr habt keine Tageszeitung?“ wundert sie sich beispielsweise. „Dafür haben wir keine Zeit“ entgegnet ihr eine Nonne.

Immer informiert

Trotzdem seien sie immer über die Tagesaktualität informiert, da meist vor dem Essen die neuesten Nachrichten vorgelesen werden. Es wird klar, dass Peters damals wie heute die „merkwürdigste Art gemeinschaftlichen Lebens“ fasziniert hat.

Das wurde auch in der anschließenden Fragerunde deutlich. Sympathisch, humorvoll und ehrlich beantwortete Peters alle Fragen. „Ich finde es faszinierend, dass es Menschen in solchen Gemeinschaften gibt, die mehr sehen. Schließlich gibt es mehr, als schlank und erfolgreich sein, wie die Plakate heutzutage werben.“ Mit ihrem Roman, der erst acht Jahre nach Austritt aus dem Kloster veröffentlicht wurde, wollte sie auch Klischees über Kloster aus dem Weg räumen. „Ich wurde dort immer gut behandelt und hatte Ansprechpartner, auch als ich schließlich aus dem Kloster austrat.“

Grund war schließlich die Liebe, was die Zuhörer besonders interessant fanden. „Es gibt kaum einen besseren Grund als die Liebe, um neu anzufangen“, sagte die Autorin. Ihr Fazit: „Ich bereue nicht, dass ich dort war. Es war mir eine gute Lehrzeit -- auch als Autorin.“