Das Mehrgenerationen-Café kommt gut an

Waltraud Faulhaber, Hildegard Lang, Gertrud Demmig, Sibille Gehring, Marianne Fröhlich, Gisela Mikala und Marlene Moser (v.l.) freuen sich über neue Bekanntschaften beim Café.
Waltraud Faulhaber, Hildegard Lang, Gertrud Demmig, Sibille Gehring, Marianne Fröhlich, Gisela Mikala und Marlene Moser (v.l.) freuen sich über neue Bekanntschaften beim Café.
Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Vor einem Jahr gab es das erste Treffen in den Räumen der Freien Evangelischen Gemeinde. Seitdem hat sich das Angebot etabliert und die Leute kommen gern zum Plaudern.

Neukirchen-Vluyn..  Vor genau einem Jahr hatte die Freie Evangelische Gemeinde ein Mehrgenerationen-Café ins Leben gerufen. Hier treffen sich seither Menschen jeden Alters einmal im Monat bei Kaffee und Kuchen zum Gedankenaustausch und fröhlichem Beisammensein in den Gemeinderäumen an der Hartfeldstraße. Beim nunmehr 13. Treffen waren sich alle einig: Das Mehrgenerationen-Café ist ein voller Erfolg geworden.

Pastor Raphael Vach (33) freut sich über den regen Zuspruch, denn im Durchschnitt nutzen 40 Menschen das Angebot seiner kleinen Gemeinde. Und auch an diesem Jubiläumssonntag waren die Räume wieder gut gefüllt. Jüngster Gast: das neun Monate alte Söhnchen des Pastors. Leitgedanke vor einem Jahr war es, dem Ort etwas Gutes zu tun. „Ich hatte festgestellt, dass da ein großes Bedürfnis nach Gemeinschaft ist“, sagt Raphael Vach. Und mit der Café-Idee traf er ins Schwarze.

Marlene Moser (80), eines der 60 Gemeindemitglieder und Mitinitiatorin des Mehrgenerationen-Cafés, zeigte sich begeistert darüber, dass so viele Leute außerhalb ihrer Gemeinde das Angebot nutzten: „Ich bin an unserem Tisch das einzige Gemeindemitglied!“

Zu den interessierten Besuchern des Cafés gehörte auch Gisela Mikala (69), die durch ein Monatsblatt von diesem regelmäßigen Treffen erfuhr. „Mich hat das Stichwort Mehrgenerationen gleich angesprochen.“ Sie verriet: „Ich kenne hier niemanden, doch wir machen uns alle gerade miteinander bekannt.“ Und genau das hatte sich Gisela Mikala auch gewünscht.

Denn sie war erst vor einigen Monaten nach Neukirchen-Vluyn gezogen und erhoffte sich von dem Mehrgenerationen-Café, einige Bekanntschaften knüpfen zu können.

Doch Kaffee, Kuchen und Plaudereien sind nicht die einzigen Angebote dieser Veranstaltung. Darüber hinaus bieten die monatlichen Treffen auch stets etwas Besonderes: Am Jubiläumssonntag war es zum zweiten Mal eine Lesung der ortsansässigen Autorin Lucia Wille-Kahlen (60). Gedichte, Kurzgeschichten und ein Ausschnitt aus ihrem ersten Roman – alles zum Thema „Wandel des Lebens“ - rissen die Zuhörer in ihren Bann. „Es werden manchmal auch Spiele ­angeboten oder im Sommer ein Sommerfest, das dann draußen stattfindet“, sagt Pastor Vach, der auch kurz die wesentlichen Unterschiede der Freien evangelischen Gemeinde und der evangelischen Kirche erläuterte: „Wir taufen ­keine Säuglinge, die Menschen sollen sich später selbst für die Gemeinde entscheiden.“ Finanziert wird die Gemeinde auch nicht durch Steuern, sondern durch freiwillige Spenden der Gemeindemitglieder.