Das ist pure Leidenschaft

Simone, Joachim und Martin (v.l.n.r.) am Matterhorn-Gipfel.
Simone, Joachim und Martin (v.l.n.r.) am Matterhorn-Gipfel.
Foto: hgghg
Was wir bereits wissen
Der Moerser Martin Brückner erklettert die höchsten Gipfel. Schon mit elf Jahren „machte“ er seinen ersten Dreitausender. Sein Ziel: das Nordwand des Matterhorns

Moers..  Schon als Kind wollte Martin Brückner hoch hinaus. Da erklomm er mit seinem Vater als Elfjähriger die höchsten Gipfel der Silvretta. „Der Piz Buin war mein erster Dreitausender, ein Berg von 3300 Metern“, erzählt er. In diesem Urlaub hätten die beiden dann gleich noch das Silvrettahorn und ein paar andere Dreitausender „gemacht“. Bis heute hat den gebürtigen Moerser die Leidenschaft zum Bergsteigen nicht mehr losgelassen.

Kein Urlaub, keine Schulferien, in denen Martin Brückner nicht klettert. Doch während es andere in die weite Ferne zieht, liebt Martin Brückner die Schönheit der Alpen. So erklomm er denn auch bereits den Mont Blanc, 4810 Meter, schon im zarten Alter von 17 Jahren mit seinem Vater. „Der Mont Blanc, das war eine lange Tour“, erinnert er sich.

Was andere normalerweise in ein paar Tagen erkletterten, absolvierten Vater und Sohn in einem Rutsch: „Wir waren 20 Stunden unterwegs, sind die ganze Nacht durchgestiegen, auch weil die Hütten oft überfüllt sind“, schildert Brückner. „Um 4 Uhr morgens, bei Sonnenaufgang waren wir auf dem Gipfel, dann sind wir wieder runter.“ Bei der bisher längsten Tour kletterte Martin Brückner 30 Stunden Non-Stop, das war am Weisshhorn in den Walliser Alpen.

Die Kondition und die Kraft für solche Touren holt sich der 30-Jährige Lehramtsanwärter (Philosophie und Physik) beim Radfahren, Lauf- und Krafttraining und auf dem Hometrainer. „Die Fingerkraft muss man ganz speziell trainieren“, weiß er. Auch in Kletterhallen probt Brückner für seine Touren. Ein bis drei Stunden ist der Bergsteiger mit all dem in seiner Freizeit täglich beschäftigt.

Vor allem die steilen Nordwände reizen den Moerser, am Matterhorn, am Eiger und am Grandes Jorasse. Sie werden auch eines der nächsten Ziele sein. Und wenn er doch mal ein anderes Gebirgsmassiv erklettern will: „Dann höchstens in Südamerika. Patagonien hat schroffe, steile Berge, die Gegend dort ist schon beeindruckend.“

Den Naturgewalten ausgesetzt

Die Tätigkeit des Wanderns und Kletterns habe auch etwas Meditatives. „Man ist ganz bei sich. Und man ist den Naturgewalten ausgesetzt.“ Schön sei auch das Gemeinschaftsgefühl, wenn man mit Freunden klettere. Und je nach Schwierigkeitsgrad und Gelände sei es streckenweise auch nervenaufreibend. „Im Eis, oder wenn man schlecht abzusichern ist. Man muss sehr wachsam sein.“

Der erfahrene Bergsteiger weiß auch: Trotz aller Glücksgefühle auf den Gipfeln sind die Gefahren einer Tour erst zu Ende, wenn man wieder unten ist. „Der Gipfel ist ja nur der halbe Weg.“