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Stadtentwicklung

Das Grün in Kamp-Lintfort soll wenig kosten

26.08.2015 | 09:00 Uhr
Das Grün in Kamp-Lintfort soll wenig kosten
Blick von Förderturm des alten Bergwerk West: bald noch grüner?Foto: Ute Gabriel

Kamp-Lintfort. Die Idee hat sicher ihren Charme: Wie könnte man eine Parklandschaft gestalten, die sich selbst finanziert? Die RAG Montan Immobilien besitzt mit dem ehemaligen Bergwerk West eine rund 25 Hektar große Fläche, welche zu begrünen das Ziel ist – aber bitte bei möglichst niedrigen Kosten. Daher wurde das Forschungsprojekt „CultNature“ ins Leben gerufen, dessen Inhalte gestern dem Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt wurden. Was „CultNature“ an Einsparungen bringen könnte und was die Stadt damit zu tun hat, das blieb allerdings unbeantwortet.

Nun darf nicht außer Acht gelassen werden, dass „CultNature“ bereits in die Bewerbungsunterlagen für die Landesgartenschau Eingang gefunden hat und damit dem Aussschreibungsziel entspricht, „Experimentierraum für die Verbesserung der Freiflächensituation und des urbanen Grüns zu sein und innovative Formen der Freiraumgestaltung zu präsentieren.“ Hört sich schön an, soll schön aussehen und vor allem eines sein: möglichst billig im Unterhalt.

Peter Drecker vom gleichnamigen Planungsbüro unternahm den Versuch zu erklären, was mit „CultNature“ eigentlich gemeint ist. Parks und Grünflächen sollen wirtschaftlich tragbar sein, allerdings auch Nutzungsräume für Freizeit und Erholung bieten, wobei es mehr Freiraum sein soll und weniger ein Park, also eher ein „naturbelassenes offenes Park-System“. Alles klar?

Fläche gehört der RAG

Da es sich um ein Forschungsprojekt handelt, hier die Übersetzung für Nicht-Forscher: Die Kosten für eine aufwändige Parkpflege will sich niemand mehr ans Bein binden. Daher gilt es, die Flächen nicht nur so zu gestalten, dass sie mit großen Maschinen bearbeitet werden können, sondern auf ihnen auch Grün anzupflanzen, das man nach dem Abmähen verheizt, beispielsweise in einer Biogasanlage.

Nur seien die Flächen in Kamp-Lintfort zu klein, als dass sich das lohnen würde, fügte Kämmerer Martin Notthoff hinzu. Auf Nachfrage von Uwe Schubert (SPD) konnte Peter Drecker Einsparungen auch nicht ansatzweise beziffern – aber immerhin hatte er Bolzplätze mit eingeplant. Franz-Josef Hüls (CDU) merkte misstrauisch an: „Wir zahlen, wir machen, wir tun? Die Fläche gehört der RAG!“ Dies sei richtig, erklärte daraufhin Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt. Und Heinz-Peter Ribbrock (FW/FDP) fragte in Sachen Energiepflanzen nach, wo bitte schön die Energiegewinnung sei.

Martin Notthoff hatte gegen Ende der Sitzung noch eine Mitteilung zum Parken am Kamper Berg zu machen: Die Beleuchtung für den Parkplatz am Terrassengarten sei ausgeschrieben, Anfang Oktober werde das Grün dort kräftig zurück geschnitten – und ab nächstem Wochenende würden Parkverstöße am Kamper Berg massiv geahndet. Mit anderen Worten: dann hagelt es Knöllchen.

Harry Seelhoff

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2015-08-26 09:00
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