Das 44. Moers Festival ist vor dem Start

Aufbauarbeiten in der Festivalhalle für das Moers Festival. Am Freitag beginnt das Festival.
Aufbauarbeiten in der Festivalhalle für das Moers Festival. Am Freitag beginnt das Festival.
Foto: Christoph Karl Banski
Bis zu 4000 Besucher werden an Pfingsten in Moers erwartet, dazu kommen 165 Musiker aus 15 Ländern für 22 Stunden Programm allein auf der Hauptbühne.

Moers.. Der Mann mit dem Eiswagen ist schon da, ein paar Meter weiter steht die Crèpes-Bude und daneben der Döner-Stand. Gut 48 Stunden, bevor der erste Ton des 44. Moers Festivals erklingt, sind die Vorboten des Händlermarktes zu sehen. Zwischen 3000 und 4000 Besucher erwartet die Kultur GmbH über Pfingsten, dazu kommen 165 Musiker aus 15 Ländern für 22 Stunden Programm allein auf der Hauptbühne.

Wer als Laie derzeit einen Blick in die Halle wirft, hält es kaum für möglich, dass Hayden Chisholm und das Lucerne Orchestra morgen Abend um 19 Uhr das viertägige Festival eröffnen werden. Auf und neben der Bühne stehen zig Metallboxen, auf dem Boden Massen von aus Kabeln.

Acht Mitarbeiter der Event-Firma Contour wuchten Scheinwerfer und Boxen hoch und befestigen sie an Traversen. Drei 40-Tonner Lkw haben die Ausrüstung nach Moers gekarrt, unter der Hallendecke hängen 3,8 Tonnen Licht- und Tontechnik.

„Während des Festivals sind wir mit elf Leuten hier“, erklärt Contour-Geschäftsführer Frank Kasper, der den Aufbau leitet. Die Roadies werden an den Konzerttagen beispielsweise auf der Bühne gebraucht. Denn während vorne die eine Band spielt, bereiten sie hinter dem Vorhang fahrbare Podeste mit den Instrumenten und Anschlüssen der nächsten Gruppe vor. Am Ende des Auftritts werden die einen nach hinten und die anderen nach vorne gefahren: „Von uns könnte die nächste Band nach fünf bis zehn Minuten Pause loslegen.“

100 Leute im Einsatz

Kasper und seine Crew sind nur ein geringer Teil des Gesamtteams. Inklusive der ehrenamtlichen Helfer sind 100 Leute für das Festival im Einsatz. Anandita Schinharl kümmert sich seit Monaten um alles, was mit den Künstlern zu tun hat. Verkehrssprache ist Englisch, Französisch beherrscht sie ebenfalls „und Badisch könnte ich auch anbieten“, flachst sie. Schinharl organisiert die Reisen der Künstler und ihrer Manager sowie deren Unterbringung.

So ist ein Moerser Hotel mit insgesamt 400 Übernachtungen während der Pfingsttage nahezu ausgebucht, wobei Anandita Schinharl klarstellt, dass dazu etliche Selbstzahler gehören, die lediglich über die Kultur GmbH ihr Zimmer gebucht haben. Dazu muss der Hol- und Bringedienst zwischen Flughafen, Hotel, Probenräumen und Festivalhalle funktionieren.

Auch das Catering in der Garderobe muss stimmen, was Anandita Schinharl allerdings gelassen bewältigt, denn: „Diven mit verrückten Wünschen gibt es kaum noch.“ Freilich ist immer wieder Improvisation gefragt: „Manche Künstler haben es nicht so mit der Organisation. Die sagen schon mal spontan einen Zusatzauftritt bei den Morningsessions um 11 Uhr zu und vergessen, dass ihr Flieger nach Hause um 10.30 Uhr gestartet ist...“

Anandita Schinharl bekommt auch das hin. Das Publikum merkt vom Aufwand hinter den Kulissen nichts. 1200 Sitzplätze hat die Festivalhalle. Der Kartenvorverkauf sei so „stabil wie im Vorjahr“ gewesen, heißt es, so dass der künstlerische Leiter Reiner Michalke darauf hofft, dass das „Haus an allen vier Abenden ausverkauft sein wird“.