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Da hört der Spaß auf

25.08.2011 | 07:00 Uhr
Da hört der Spaß auf
oto: Sergej Lepke

Moers.Dicke Luft im Kulturausschuss Grafschafter Karneval: Mitten im Sommer sorgt jetzt ein Brief der Stadtverwaltung für ganz und gar unlustige Stimmung.

Beim diesjährigen Sitzungskarneval in den großen Moerser Hallen, müssen die Raucher künftig draußen schunkeln. Für viele Narren hört da der Spaß auf, der KGK fürchtet „ein finanzielles Desaster“, so Pressesprecher Hans-Peter Engfeld.

Das strikte Rauchverbot hatte der Sportausschuss des Rates im März beschlossen. Betroffen sind in erster Linie die Veranstaltungen im Adolfinum, im Kulturzentrum Rheinkamp und im Henri-Guidet-Zentrum in Kapellen. KGK-Präsident Hans Kitzhofer zeigt sich verstimmt: „Der Beschluss ist im März getroffen worden. Aber eine Information haben wir nicht bekommen. Wenn wir früher davon erfahren hätten, wäre auf den Eintrittskarten ein entsprechender Vermerk gedruckt worden. Jetzt sind die Karten fertig und wir können sehen, wie wir aus dem Dilemma wieder rauskommen.“

Schwer, die
Säle zu füllen

Zum Rauchen in die Kälte und dabei Programm verpassen - das könnte für viele ein Grund sein, die Sitzungen zu meiden, glaubt der KGK. „Wenn wir den Leuten sagen, während der Herrensitzung darf nicht geraucht werden, verkaufen wir nur die Hälfte der Karten. Dann ist so was nicht mehr machbar, da bringen wir noch Geld mit,“ so Werner Rüttermann, Präsident der KG Fidelio, die bislang in Rheinkamp ihre Sitzungen feierte. Auch einige Künstler hätten angekündigt, bei einem Rauchverbot in der Garderobe nicht aufzutreten, ergänzt Engfeld. Bereits in der vergangenen Session sei es schwierig gewesen, die Säle zu füllen. Darum wünscht Engfeld einen Kompromiss – etwa eine Raucherecke im Foyer.

Für Stadtpressesprecher Thorsten Schroeder ergibt das keinen Sinn. „Speziell in Rheinkamp und im Adolfinum hat es wegen des Rauchens massive Beschwerden gegeben – weil der Rauch nicht so schnell aus den Räumen verschwindet.“ Am 4. August habe man die Vereine per mail über die neuen Vertragsbedingungen informiert. „Wenn es da für den ein oder anderen bereits zu spät war, tut uns das leid.“

Per Gesetz ist Karneval in Sachen Rauchen Ausnahmezeit. So steht es Kneipen frei, das Rauchen während der tollen Tagen zuzulassen. Dass künftig alle qualmenden Narren zum großen Holderberger Zelt-Karneval wechseln, hält „Hacky“ Hackstein, Ex-Präsident der Karnevalsfreunde Holderberg, für unwahrscheinlich. „Noch darf bei uns geraucht werden. Allerdings pumpen wir pro Stunde 8000 Kubikmeter Frischluft ins Zelt.“ Aber er ist überzeugt: „Wenn man gutes Programm bietet, kommen auch die Raucher. Nur ein ganz kleiner Teil wird wirklich wegbleiben.“

Gabi Gies

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