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Comedy Arts mal unters Dach geholt

10.12.2010 | 17:07 Uhr
Comedy Arts mal unters Dach geholt

Moers.Da sage noch mal einer, dass die deutsche Sprache keinen Rhythmus hat: Mit den wunderschönen Worten Waschlappenhalter, Blumenkohl und Katasteramt kann man so was von klasse rappen! Jedenfalls, wenn man Marcel Wagner heißt.

„Ein Mann, ein Chor“ nennt er sich nicht zu Unrecht. Und wer zunächst Zweifel hatte, ob das Solo-Chor-und-Orchester ins Konzept des Comedy Clubs passte, wurde eines Besseren belehrt. Es passte ganz ausgezeichnet.

Überhaupt bot das erste Kurz-Comedy-Arts-Festival im Warmen und Trockenen im Bollwerk tiefschürfende Erkenntnisse. Etwa die, dass die gesamte Fischbrötchenindustrie vor 200 Jahren fest in der Hand von Zebras war. – ?! – Behauptet jedenfalls die Echse. Aber die behauptet viel, wenn der Abend lang und kurzweilig ist. Dass sie mit „Membranen aus dem Baumarkt“ die Evolution vom Einzeller zum Mehrzeller erfunden hat. Auch dass sie mal „was mit Kleo laufen hatte, also -patra, mein’ ich“. Und das große Loch ins römische Kolosseum geschossen hat. Jawohl. Michael Hatzius, der mit der großkotzigsten Reptilie der Welt schon im Sommer beim Comedy Arts zum Publikums-Liebling wurde, bewies: diese Echse hat noch viel Potenzial. Das behauptet nicht nur sie selbst.

Die drei Stufen
beim Applaus

Weiter konnte das gut gelaunte Publikum mit dem Duo Diagonal die drei Stufen beim Applaus üben. Nur, um die ersten beiden – verhalten und stark – sofort zu vergessen. Frenetisch zu klatschen war das Gebot der Stunde. Zum Beispiel bei der Artistin Dorice Arsenopoulou. Deren Rumgeturne am Seil und am Tuch wurde noch ein bisschen atemberaubender, weil die Zuschauer so nah dran sitzen konnten. So nah, dass sie fast das Gefühl hatten, die Artistin lässt sich direkt auf ihren Schoß fallen.

Das abwechslungsreiche Programm zusammengestellt hat Holger Ehrich, der künstlerische Leiter des Comedy Arts Festivals. Und lieferte sich selbst gleich mit. Zusammen mit seiner Frau ist er das Duo Diagonal. Die beiden führten charmant und in ausgesprochen geschmackvoller Garderobe durch den Abend, verrenkten sich sämtliche Gesichtsmuskeln beim Grimassenschneiden und tanzten gern mal aus der Reihe.

„Lass’ ma’ was probieren.“ Dieser Wahlspruch der Echse hat die Welt überhaupt erst vorangebracht. Sagt die Echse. Holger Ehrich hat probiert, den nass-forschen Humor vom sommerlichen Comedy Arts ins Trockene zu bringen. Hat geklappt. Man könnte sich glatt dran gewöhnen, an zwei Termine im Jahr. Das bringt die Comedy Welt in Moers bestimmt voran.

Karen Kliem

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