Colin Stetson mal vier beim Moers Festival

Moers Festival: Colin Stetson solo (US),
Moers Festival: Colin Stetson solo (US),
Foto: Fotografie Olaf Fuhrmann
Was wir bereits wissen
Der künstlerische Leiter Reiner Michalke bietet zu Pfingsten ein spannungsreiches Programm für Kopf und Füße

Moers..  Auf sehr abwechslungsreiche Hörerlebnisse können sich die Gäste des Moers Festivals zu Pfingsten einrichten. Einen weiten Bogen spannt Reiner Michalke, der künstlerische Leiter, erneut. Das reicht von eher kopfbetonten Klangcollagen von „The Nest“ um den Saxophonisten Christoph Clöser bis zu Tanzmusik von „The Jones Familiy Singers“, bei denen der Gospel-Bischof und seine Töchter die Bühne rocken, dass es ohne Umweg in die Füße geht. Party pur am Freitagabend.

Eine Nacht mit Elektro-Pop

Da pulverisieren „Pulverize the Sound“ tatsächlich beinahe jede Melodie und umschmust andererseits „The Baylor Project“ mit der wunderbar sanftstimmigen Jean Baylor die Seele. Es swingt regelrecht mit dem Finnen Mikko Innanen oder es entführt die Französin Eve Risser auf besinnlichen klanglichen Wegen in die Weiten des Grand Canyon. Und dann gibt es noch „The Night“ von Sonntag auf Montag mit – nein, keiner afrikanischen Musik – sondern mit ebenso tanzbarem Elektro-Pop. Langweilig wird es jedenfalls nicht.

Im Fokus stehen eindeutig die Saxophonisten in diesem Jahr. Das liegt einerseits daran, dass mit Hayden Chisholm ein solcher als Improviser in Residence ein Jahr lang seinen exzeptionellen Ton in die Stadt bläst. Und andererseits daran, dass sich Reiner Michalke einen namhaften und brillanten Artist in Residence leistet: den Saxophonisten Colin Stetson. Er stellt an jedem Festivaltag ein neues Projekt vor, und wie Michalke sagt, hätte das Festival noch viel länger dauern können, so viele Ideen hatte der schillernde Musiker. Nun stellt er sich in Moers im Duo mit der Violinistin Sarah Neufeldt vor, im Trio mit dem Bassisten Trevor Dunn und dem Schlagzeuger Greg Fox, mit einer Big Band und einer Hommage an den polnischen Komponisten Henryk Gorecki sowie am Montag solo. Wer aus berufenem Munde hören will, welche vielfältigen Geräusche man einem Saxophon entlocken kann – hingehen.

Den Schlusspunkt des Festivals setzt Bassekou Kouyaté. Vor zwei Jahren war der Mann aus Mali mit Frau und Söhnen als Vorgruppe von Fred Kellner zu hören. „Damals hatten wir ihn etwas unter Wert verkauft, und also erneut eingeladen“, begründet Reiner Michalke.

Moers Festival vom 22. bis 25. Mai in der Festivalhalle am Solimare. Das komplette Programm: www.moers-festival.de.

Tickets: 108 Euro plus Gebühr für alle Tage, Tageskarten 36 bzw 54 Euro, 0180 - 60 50 400 oder online.


Händlermar kt und das Außengelände sind nach der Kritik im vergangenen Jahr überarbeitet und größer angelegt.