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Wahlkampf

Claudia Roth besuchte Issum

15.09.2009 | 19:36 Uhr

Issum. Sie ist eine Frohnatur, lacht viel und herzlich. Doch schon im nächsten Moment spricht Claudia Roth mit großer Ernsthaftigkeit über aktuelle Probleme. Der letzte Tag ihres Aufenthalts in NRW führt die Bundesvorsitzende der Grünen zur Firma Diebels nach Issum.

Im Rahmen ihres Wahlkampfs hat sie in den zurückliegenden siebeneinhalb Wochen rund 100 Städte besucht und dabei 18 000 Kilometer zurückgelegt.

Erste Bekanntschaft mit der Brauerei hat die Bajuwarin bei einer Veranstaltung zum 1. Mai im Stadtwald in Krefeld gemacht. Geschäftsführer Dr. Ulrich Balzer, der vordem als Braumeister tätig war, vermutet, dass Brauereien im Wahlkampf beliebt, weil sie mit Emotionen verbunden sind. Er erzählt dem Gast, dass rund 80 Prozent des Issumer Alts allein im Regierungsbezirk Düsseldorf getrunken werden. Balzer bedauert schmunzelnd, dass diese kräftige Biersorte nicht auch beim Oktoberfest auf der Münchner Wiesn, das in wenigen Tagen beginnt, zum Ausschank kommt.

Haben Niederrheiner besonderen Geschmack?

Wissbegierig erkundigt sich Claudia Roth, ob Frauen ein anderes Bier als Männer trinken oder die Niederrheiner mit ihrem Alt-Konsum einen ganz besonderen Geschmack haben. Die Bundesvorsitzende spricht von einem ganz außergewöhnlichen Wahlkampf, den Kanzlerin Angela Merkel völlig inhaltsfrei zu führen versuche. Da lasse sich selbst mancher Christdemokrat bei Veranstaltungen der Grünen blicken, um ein Kontrastprogramm zu erleben.

Großes Verständnis zeigt die erfahrene Politikerin für die großen Sorgen der Milchbauern. Im Einklang mit den Betroffenen votiert sie für eine flexible Begrenzung der Milchmenge. Auf keinen Fall dürften durch Überproduktion und den Export von Milchpulver die Märkte in Entwicklungsländern vernichtet werden. Auch redet sie der Existenzsicherung bäuerlicher Betriebe das Wort. Dabei hat Claudia Roth zugleich die Landschaftspflege im Blick.

Gemeinsam mit Parteikollegen lässt sich die Bundesvorsitzende die Gelegenheit nicht entgehen, Teilbereiche der Brauerei zu besichtigen. Mit dabei auch Bundestagskandidat Bruno Jöbkes. „Das tut weh”, bemerkt er zur Tatsache, dass es in Issum keinen Ortsverband der Grünen gibt. „Aber vielleicht ändert sich das jetzt”, bemerkt Claudia Roth optimistisch.

Ulrich Ernenputsch

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