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Stadtentwicklung

Charmanten Charakter von Moers erhalten

30.11.2009 | 19:00 Uhr
Charmanten Charakter von Moers erhalten

Wie soll Moers in 20 Jahren aussehen? Angesichts einer wachsenden Zahl älterer Bürger, der eine schrumpfende Gruppe junger Menschen gegenübersteht, leerer öffentlicher Kassen und wachsender Armut ist die Frage dringend.

Eröffnen wird die Landtagsabgeordnete Elke Talhorst, Vorsitzende des Veranstalters Initiativkreis Moers, den Dialog in der Podiumsdiskussion „Moers im demographischen Wandel – Chancen für Jung und Alt?” am morgigen Donnerstag, 12. November, um 19 Uhr im Eurotec. Diskutieren werden Giovanni Malaponti, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse am Niederrhein (siehe Interview), Gudrun Tersteegen (Nachhaltigkeitsbeirat der Stadt), Vera Breuer (Fachbereich Jugend der Stadt), Heinz-Dieter Holzum (Seniorenbeirat) und Jan Dieren (Gymnasium Adolfinum). NRZ/WAZ-Redaktionsleiter Michael Paßon moderiert. Zuvor werden Katja Stockhausen und Patrick Dollas vom Schlosstheater das Thema szenisch aufgreifen.

Zum Thema sprach die Redaktion mit Giovanni Malaponti, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse am Niederrhein:

Angenommen, ein Jugendlicher fragt Sie, in welcher Branche er - mal unabhängig von seinen Wünschen - eine Ausbildung machen soll. Was würden Sie ihm sagen?

Ich würde auf jeden Fall dazu raten, eine solide Ausbildung bei der Sparkasse zu machen. Das Berufsbild der Bankkaufleute verändert sich parallel zu den Bedürfnissen der Menschen permanent. Wir gehen davon aus, dass es uns auch in den nächsten Jahrzehnten noch geben wird. Unser Beruf ist also vielseitig und zukunftsfähig zugleich.

In welchen Bereichen ist die Moerser Wirtschaft gut aufgestellt und zukunftsfähig?

Der gute Mix im Einzelhandel sorgt dafür, dass Moers eine attraktive Einkaufsstadt ist. Das ist sehr positiv. Auch die mittelständische Wirtschaft ist breit gefächert, wir haben keine Monostrukturen wie andere Regionen, wo ein großer Arbeitgeber viele Menschen beschäftigt. Ich finde, Moers hat den so genannten Strukturwandel gut hinbekommen. Wo sehen Sie Defizite?

Ich sehe keine. Wir waren eben auf der Ausbildungsbörse im Mercator Berufscolleg. Es ist schon beeindruckend, wie breit die Moerser Wirtschaft im Zusammenspiel mit den Firmen der Region Niederrhein und über die Grenze nach Holland aufgestellt ist.

Welchen Stellenwert geben Sie der Ansiedlung der Fachhochschule?

Es ist gut, in unserer Region eine Fachhochschule zu haben. Insbesondere die enge Verzahnung mit der heimischen Wirtschaft kann uns nur gut tun.

Was muss geschehen, damit die Moerser Wirtschaft 2030 gut dasteht?

Es wird vor allem darauf ankommen, bei jeglicher Entwicklung den demographischen Wandel zu berücksichtigen. Wer ihn aus dem Auge verliert, hat schlechte Karten. Wir machen uns bereits intensive Gedanken darüber, was die Demographie für uns als Arbeitgeber und Produktanbieter bedeutet. Es gilt, innovativ zu bleiben, um nicht am Markt vorbei zu agieren.

Duisburg setzt sehr stark auf Logistik. Ist diese Branche auch für Moers eine Option?

Logistik ist auch in Moers ein wichtiges Thema. Die Nachbarschaft zum großen Logistiker Duisburg kann nur förderlich sein.

Wagen Sie einen Ausblick auf die Struktur der Wirtschaft 2030?

Wir werden weniger Beschäftigte haben, die aber deutlich besser qualifiziert sein müssen. Dafür müssen heute die Weichen gestellt werden.

Bei der Sparkasse geht man spätestens mit 65 Jahren in den Ruhestand. Doch auch die Moerser Bevölkerung wird im Schnitt immer älter. Werden die Sparkassen-Angestellten im Jahr 2030 erst mit „70” in Rente gehen?

Ich finde 65 Jahre nach wie vor ein gutes Alter, um seinen dritten Lebensabschnitt zu beginnen. Am Ende wird es natürlich sehr von den Sozialsystemen abhängen, wie lange die Menschen arbeiten müssen.

Die andere Seite der demographischen Entwicklung: Viel weniger junge Leute. Rollen die Firmen den Jugendlichen den Roten Teppich aus? Woher kommt dann der Nachwuchs?

Wir rollen den roten Teppich heute schon aus. Wir stellen in jedem Jahr 20 Auszubildende ein und erhalten auf die offenen Stellen regelmäßig deutlich über 300 Bewerbungen. Wir wissen, wie schwer es ist, gute Leute zu finden. Daher werden unsere Anstrengungen eher noch größer, um umfassend gebildete junge Leute für die Sparkasse zu begeistern.

Welche Wünsche haben Sie an Moers 2030, damit Sie und Ihre Familie und Ihre Enkel sich dort wohl fühlen?

Moers sollte unbedingt seinen charmanten Charakter beibehalten. Wir werden zukünftig weniger junge Leute und mehr ältere Menschen in der Stadt haben, aber alle müssen sich zu Hause und wohl fühlen können. Dazu notwendig ist eine gute Mischung.

Thomas Wittenschläger

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Kommentare
03.03.2011
09:30
Charmanten Charakter von Moers erhalten
von haerri | #11

...na, Fusionen werden doch bei den Moersern auch bald wieder anstehen, oder?

Ich könnte mir vorstellen, daß Duisburg oder Krefeld als angrenzende Städte da in Betracht kommen könnten.

13.11.2009
11:09
Blockierter Kommentar.
von stolzermoerser | #10

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

12.11.2009
14:56
Charmanten Charakter von Moers erhalten
von Pfui | #9

Danke von Soister, das tut gut.!!??!! Aber wenn sie meinen, dass Herr Malponti ausgerechnet in den Verband oder in eine Oberbank wechseln will, dann hätte er das schon längst tun müssen und können. Denn dort wäre für eine richtige Karriere, für die es sich lohnt, das trotz aller Strassendebatten schöne Moers zu verlassen, Herr Malaponti schon fast zu alt, so doof das auch klingt.
Es sei denn, er würde wie ein Oberkreisdirektor auf der politischen Schiene fahren. Aber davon habe ich bei Herrn Malaponti noch nichts gehört. Er scheint nicht Mitglied einer Partei zu sein.
Oder wissen Sie da mehr, dann raus mit der Sprache und Butter bei die Goldfische.

12.11.2009
09:16
Charmanten Charakter von Moers erhalten
von kafka | #8

zu 3#
Sie haben vollkommen recht
die Moerser fahren alle nach Krefeld oder Duisburg weil man da noch richtig schön laufen kann ubd einkaufen vor allen dingen in Krefeld
wo man noch alles bekommt
nicht so wie in Moers mit den Kopfsteinpflaster
was so aus gewaschen ist das man kaum noch ohne Unfall drüber laufen kann
wer kann zieht von Moers weg und das sind junge Familien
also wird Moers leider immer mehr zum Alterheim

12.11.2009
08:32
Charmanten Charakter von Moers erhalten
von soister | #7

@Pfui: Lernen Sie doch bitte erstmal lesen! Wenn man Ihre Beiträge hier so ließt, sind Sie ja auch ein Alleswisser und Könner, oder?

12.11.2009
00:28
Charmanten Charakter von Moers erhalten
von Pfui | #6

Da versucht ein junger und dynamischer Mann mit seinem Team von verantwortungsbewußten Führungspersönlichkeiten, flankiert von den erfahrensten Politikern der Region ein intaktes Institut für die Zukunft aufzustellen und da gehen Leute - wie oben zu sehen - hin und stellen die Integrität in Frage. Was sind das bloß für Leute, die von nichts eine Ahnung haben und dann so dummes Zeug veröffentlichen.
Ich erinnere mich, wie in Moers die Steinstrasse verkehrsberuhigt wurde. Und die größten Profiteure nachher haben am meißten geschrien.
Ich jedenfalls bin glücklich, dass es in Moers noch eine Sparkasse gibt, bei der ich die Moerser noch erkenne und nicht wie die Lintforter, die sich an Duisburg verkauft haben. Bei denen wird sich noch zeigen, was sich auf Dauer ergeben wird.
Wirtschaftliche Zwänge bringen nun mal immer auch Einschränkungen. Was nützt es uns, wenn in Mattheck oder Neumarkt oder Achterrathsfeld noch Zweigstellen sind und die Sparkasse an Duisburg, Krefeld oder oh Graus Köln - Bonn verkauft werden muß, weil solche Neunmalklugen notwendige Veränderungen verhindern konnten.
Und was würde dann geschehen? Im Bereich der Sparkasse am Niederrhein würden mindestens die Hälfte der Zweigstellen oder noch mehr geschlossen. Wollen Sie von Soister oder HerrnerBrink oder von Name_erforderlich da so haben?
Ich denke mal, Sie haben noch nicht so richtig nachgedacht.

11.11.2009
18:29
Charmanten Charakter von Moers erhalten
von Der Eine | #5

#1 von HerrnerBrink, vor 7 Stunden

2030 sind wir die Alten und wir machen jetzt schon Onlinebanking. Das wird 2030 nicht anders sein.

Das ist einer der Hauptgründe warum Filialen geschlossen werden.

11.11.2009
17:39
Charmanten Charakter von Moers erhalten
von Name_erforderlich | #4

der charmante Charakter von Moers is seit ende der 80er tot.

11.11.2009
16:46
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

11.11.2009
12:14
Charmanten Charakter von Moers erhalten
von soister | #2

Herr Malaponti, wann steht Ihr Wechsel zum Verband o.ä. an?

Es ist doch nur ein Durchlaufender Posten für Sie in der SPK am Niederrhein, oder, damit geben Sie sich doch nicht zufrieden.

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