Chance für die Eigentümer

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Was wir bereits wissen
Die Besitzer der Nau-Immobilien wollen offenbar doch möglichst viele Mieter halten, wie im Gespräch am Donnerstag deutlich wurde

Neukirchen-Vluyn..  Der Eigentümer der Nau-Immobilien in Vluyn will nach der Sanierung der Gebäude möglichst viele der bisherigen Mieter halten. Das geht aus der am Vortag angekündigten Pressemitteilung hervor, die die Stadt gestern Nachmittag verschickt hat.

Der neue Eigentümer legte demnach in dem Gespräch am Donnerstag mit Politik und Verwaltung und der Vertreterin des Diakonischen Werkes Kirchenkreis Moers zunächst die Gründe dar, warum „man trotz hoher Hürden im Laufe des mehrjährigen Verfahrens an der Ersteigerung der Immobilien festgehalten habe“, wie es heißt.

Nunmehr verfolge die Familie Olbrich das Ziel, den Gebäudebestand zu sanieren. Hans-Jorg und Sebastian Olbrich hätten versichert, „dass niemand, der seinen bisherigen Mietverpflichtungen nachgekommen ist, seine Wohnung ohne entsprechende Ausweichmöglichkeit verlassen müsse“, heißt es weiter. Bedeutet: Am 31. März soll niemand auf der Straße stehen.

Offenbar soll es auch keine Räumungsklagen geben. Mieter, die ihre Wohnungen auf eigene Kosten saniert haben, können nach NRZ-Informationen in ihren Räumen bleiben, sofern sie sich verpflichten, wegen des benachbarten Sanierungslärms keine Mietminderung zu tätigen. Mieter sollen nach Ende der Sanierung in ihre Wohnungen zurückkehren können. Sofern sie sich das leisten können.

Laut Angaben der Stadtverwaltung soll ein Generalunternehmer beauftragt werden. Der genaue Ablauf wird noch geklärt. „Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass wir erst seit ca. 14 Tagen offiziell Eigentümer und damit handlungsfähig sind“, wirbt Sebastian Olbrich um Verständnis. „Wir beabsichtigen jedoch kurzfristig den sukzessiven Start der Arbeiten.“

Offenbar sind noch verschiedene Varianten der Sanierungsschritte denkbar. Dem Vernehmen nach sollen für die Arbeiten weniger als fünf Jahre angesetzt sein. Differenzen bestehen offenbar in der Einschätzung des Zustandes der Wohnungen am Kiefernweg, von denen gesagt worden sein soll, sie seien in keinem schlechteren Zustand als die am Vluyner Nordring.

Die Politik bewertet das Gespräch grundsätzlich durchaus positiv. Gleichwohl gibt es Unterschiede in der Einschätzung. Es seien noch viele Fragen offen, meint SPD-Fraktionsvize Günter Zeller. Die Zukunft des Hochhauses sei ungeklärt. Er habe die Erwartung gehabt, dass die Projektplanung vorgestellt werde. Zudem kritisiert er die zurückhaltende Öffentlichkeitsarbeit des Hagener Unternehmens. Und mit Blick auf direkte Unterstützung: „Ich hoffe, dass man sich zu Umzugshilfen durchringen kann.“

CDU-Parteichef Heiko Haaz resümiert: „Ich habe nichts Negatives gefunden.“ Nun müsse der Eigentümer allerdings durch Handeln beweisen, dass er das, was er versprochen hat, auch macht. „Ich würde dazu neigen, ihm zu glauben“, sagt Haaz, und dass er hoffe, sich hier nicht zu täuschen. Auch Grünen-Chef Christian Esser gibt sich zuversichtlich. „Es kam glaubhaft rüber, dass sie sich mit jedem Einzelfall beschäftigen wollen“, sagte Esser. Nun müsse man den Eigentümern eine Chance geben.

Elisabeth Wannenmacher von NV Auf Geht’s dagegen betont mit Blick auf mögliche Einzelgespräche: „Die Mieter sollten sich nicht auseinander dividieren lassen.“ Sie sollten an ihren gemeinschaftlichen Forderungen festhalten. Wannenmacher: „Wir brauchen den sozialen Wohnungsbau.“