Caritas Moers-Xanten kämpft um Auszubildende

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Im Februar kamen fünf Spanier nach Moers, um eine Ausbildung zum Kranken- oder Altenpfleger bei der Caritas zu besginnen. Jetzt mussten zwei von ihnen zurück.

Moers..  Im Februar kamen fünf junge Spanier nach Moers, um eine Ausbildung zum Kranken- oder Altenpfleger bei der Caritas zu beginnen. Jetzt mussten zwei von ihnen zurück nach Spanien, da sie als Drittstaatler keine Arbeitserlaubnis für Deutschland hatten. Henric Peeters, Geschäftsführer des Caritasverbands Moers-Xanten, und der Einrichtungsleiter des Caritas-Hauses St. Hedwig, Fred Krusch, sowie Kirsten Schwarz von der Stabsstelle Gemeindecaritas erläuterten das Problem. Allerdings, wie Fred Krusch im Nachgang mitteilt, gibt es nun doch noch ein Happy End.

Der Caritasverband entschied sich im vergangen Jahr dazu, fünf Jugendliche aus Spanien in ihr Programm aufzunehmen und sie im Pflegebereich auszubilden. „In Spanien gibt es eine Jugendarbeitslosigkeit von über 50 Prozent“, erklärt Peeters. „Wir haben zwar in Deutschland auch viele Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen, häufig interessieren sie sich aber nicht für den Pflegebereich.“ Das Projekt, Jugendliche aus Madrid nach Deutschland zu holen, begann vor über einem Jahr. Nach sorgfältiger Auswahl und einem Deutschkurs zogen die Spanier im Februar 2014 nach Kamp-Lintfort. Die fünf Jugendlichen, die zwischen 23 und 26 Jahre alt waren, zeigten alle großes Talent für den Beruf. „Die Spanier haben mehr Familienbewusstsein. Sie wissen, wie sie ältere Menschen behandeln müssen, da sie häufig mit der gesamten Familie in einem Haus leben“, erzählt Krusch.

Nach dem Beginn der Ausbildung am 1. Oktober begann aber das Dilemma: Die beiden Drittstaatler der Gruppe besaßen zwar eine Bleibeberechtigung bis zum Beginn der Ausbildung, nicht aber eine ausbildungsbezogene Arbeitserlaubnis. Beide wurden in Südamerika geboren und kamen als Kleinkinder nach Spanien. Sie besaßen somit einen südamerikanischen Pass mit einer unbefristeten Aufenthaltsgenehmigung für Spanien, waren aber nicht als freie EU-Bürger dazu berechtigt, im EU-Ausland zu arbeiten. Das Visum mit Arbeitserlaubnis für Deutschland konnte aber nur in Spanien ausgestellt werden. Was schwer möglich war, da die Botschaft keine Visa an Einwanderer ausstellen darf. Grund: Durch Schleuserbanden kommen immer mehr Menschen illegal nach Spanien.

Laut Peeters hatten die jungen Erwachsenen drei Optionen: Durch eine Einbürgerung in Spanien hätten sie als vollwertige EU-Bürger gegolten und hätten in der gesamten EU arbeiten können. Durch das Visum der deutschen Botschaft in Spanien hätten sie die Erlaubnis erhalten, in Deutschland zu arbeiten. Zudem gäbe es die Möglichkeit, mit spanischen Bürgern gleichgestellt zu werden, trotz der südamerikanischen Staatsbürgerschaft. Alle drei Optionen waren aber zunächst sehr schwer umsetzbar für die Behörden. Daher war die Ausbildung für 2014 gescheitert. Die Caritas verlor gleich vier Auszubildende, da die Freundinnen der beiden Drittstaatler mit zurück nach Spanien gingen.

„Das war ein bürokratisches Desaster“, erklärt Peeters, der eigens nach Spanien gefahren war, um die Jugendlichen auszusuchen. Doch die Caritas wollte allen Jugendlichen die Möglichkeit offen lassen, in den nächsten Jahren die Ausbildung neu zu starten.

Gute Nachricht: Wie Fred Krusch aktuell mitteilt, bekamen auf Intervention des Auswärtigen Amtes die beiden jungen „Drittstaatler“ nun doch ein Visum. Sie setzen ihre Ausbildung bei der Caritas im September fort.