Busfahrer rettet 30 Kinder aus Linie SB 80

Fotos: Thomas Wittenschläger
Fotos: Thomas Wittenschläger
Foto: NRZ

Moers..  Ein mit rund 30 Schülern besetzter Bus der Linie SB 80 brannte gestern morgen in der Nähe der „Hufeisenkreuzung“ (Ecke Xantener und Uerdinger Straße) vollständig aus. Der Alarm bei Feuerwehr und Polizei ging um kurz nach 7.30 Uhr ein, verletzt wurde niemand. Der Fahrer hatte rechtzeitig alle Fahrgäste evakuiert.

Kevin Jellessen wohnt an der Uerdinger Straße und wurde durch die Sirenen geweckt. „Es war so um 7.20 Uhr. Der Bus war etwa 30 Meter Luftlinie von meiner Wohnung entfernt. Ich wurde wach, und es war sehr hell. Die Flammen waren ein paar Meter hoch.“

Vereinzelte Explosionenwaren zu hören

Der 26-Jährige hörte vereinzelte Explosionen: „Da sind sicher Scheiben geplatzt.“ Den Schülern, die an der Uerdinger Straße entlang zum Mercator Berufskolleg oder zur Heinrich-Pattberg-Realschule gehen wollte, sei der Weg versperrt gewesen.

Yannick Ngatchou war bei dem Busbrand der Einsatzleiter der Feuerwehr: „Unsere Wache wurde um 7.33 Uhr alarmiert, wir rückten mit 15 Mann der Hauptwache und mit 18 Mann der Löschzüge Asberg und Stadtmitte aus. Beim Eintreffen stand der Bus bereits im Vollbrand.“ Von den Fahrgästen, so der Einsatzleiter, sei zu diesem Zeitpunkt keiner mehr am Brandort gewesen.

Mit drei Schaumrohren und unter Atemschutz löschten die Wehrleute den Brand, gegen 9.15 Uhr war die eigentliche Arbeit der Feuerwehr getan.

Der Busfahrer ist ein sehrerfahrener und besonnener Mann

Wie schnell sich die Flammen in dem Linienbus ausbreiteten, vermag Yannick Ngatchou nicht zu sagen, aber: „Erfahrungsgemäß geht das relativ zügig.“ Busse bestehen im Inneren hauptsächlich aus Kunststoff, der brennend abtropft, das Fahrzeug schnell in ein Flammenmeer verwandelt.

Das Rheinberger Unternehmen Wettels fährt auf dieser Linie als Vertragsunternehmen der Niag. Der Fahrer ist laut Niag ein sehr erfahrener und besonnener Mann. Bei Wettels ist man heilfroh, dass niemand verletzt wurde. Der Fahrer des Unglücksbusses sei für den Tag sofort freigestellt worden und nicht mehr zu erreichen. „Er ist schon ganz, ganz viele Jahre bei uns und einer unserer dienstältesten Fahrer. Wir sind alle froh, dass nichts passiert ist“, heißt es. Der Mann, der die Kinder vor dem Flammeninferno bewahrte, wird im In­ternet als Held von Moers gefeiert.

Das Moerser Abschleppunternehmen Krause beseitigte schließlich das Wrack. Die Polizei ermittelt die Brandursache, vermutet wird ein technischer Defekt.