Busfahrer in Kamp-Lintfort soll Fahrgast mit rechten Parolen angepöbelt haben
07.09.2012 | 17:50 Uhr 2012-09-07T17:50:00+0200
Kamp-Lintfort. Ein Busfahrer und mehrere ältere Fahrgäste in Kamp-Lintfort sollen einen Fahrgast mit ausländerfeindlichen Parolen angepöbelt haben. Eine 41-Jährige, die dem Mann zur Seite stand, wurde daraufhin aus dem Bus geworfen. Sie hat nun Strafanzeige erstattet. Das Nahverkehrsunternehmen untersucht den Vorfall, den der Fahrer wohl anders schildert.
Eigentlich wollte Andrea Ixkes nach ihrer Reha nur nach Hause. Sie stieg in einen Niag-Bus der Linie 2 und und war auf den Weg in Richtung St. Bernhard, als zwei Stationen weiter ein Mann einstieg, der drei vollgepackte Tüten in der Hand hielt. Es sei wohl ein Inder gewesen, so die 41-Jährige. Was sie dann erlebte, hätte sie sich nicht träumen lassen. Keine gute Werbung für eine Hochschulstadt, die besonders für Studenten aus dem Ausland attraktiv sein will.
"Es müsste mal wieder ein Hitler kommen" soll gefallen sein
Der Busfahrer, „ein älterer Herr“, habe den neuen Fahrgast angeschrien, als der seine Taschen auf einem Sitz habe abstellen wollen, um an seine Fahrkarte zu kommen. Woraufhin die Situation im Bus eskaliert sei: „Diese Affen sollte man zurückschicken“ – „Wenn ihnen das hier nicht passt, sollen sie zurückgehen, wo sie hergekommen sind“ – „Dass so ein Affe hier Recht kriegt“ – „Es müsste mal wieder ein Hitler kommen“. Es seien alte Menschen gewesen, die sich so unmöglich und ausländerfeindlich aufgeführt hätten. „Der Inder hat gar keine Reaktion gezeigt und still im Bus gesessen.“ Er habe lediglich den Busfahrer gefragt: „Wie reden sie eigentlich mit mir?“
Stadt bedauert den Vorfall
Frau Ixkes wird wieder einschreiten. Hand aufs Herz: Würden Sie es auch tun? Sie sollten. Oder zumindest gleich Hilfe holen. Zivil-Courage ist ein schönes Wort – viel zu oft leider viel zu oft wohlklingendes Phantom in einer zunehmend verrohenden Gesellschaft. Das dürfen wir nicht zulassen!
Die 41-Jährige Kamp-Lintforterin wollte das nicht tolerieren, wehrte sich. Das Ende vom Lied sei gewesen, dass auch sie angepöbelt worden sei und der Fahrer sie aus dem Bus geworfen habe. Eine junge Mutter, mit ihrem Säugling ebenfalls im Bus, sei aus Protest mit ihr gemeinsam ausgestiegen. Andrea Ixkes hat mittlerweile bei der Polizei Strafanzeige wegen der ausländerfeindlichen Äußerungen erstattet. Dazu Martin Notthoff, Beigeordneter der Stadt Kamp-Lintfort: „Die Stadt bedauert diesen Vorfall. Wir glauben auch, dass es bei einem Einzelfall bleibt.“ Und: „Das Engagement von Frau Ixkes wird von uns ausdrücklich begrüßt.“
Bei der Niag ist man derweil mit der Untersuchung des Vorfalls beschäftigt. „Es war ein Fahrer eines Vertragsunternehmens“, so Niag-Sprecherin Beate Kronen. Dieser schildere den Vorfall anders; nun werde sich der Betriebsleiter persönlich einschalten.
17:16
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16:58
Ein paar dieser Rentner scheinen sich wohl auch hier zu derwesten verirrt haben! ;)
16:37
Soll angepöbelt haben. Hier werden aber Fakten geschaffen und bereits von Fremdenhass schwadroniert.
16:36
Ehre dem Ehre Gebührt. Die Frau hat mutig und richtig gehandelt. Wenn es so passiert ist wie im Bericht geschildert wird. Die Kurdendemo ist ein anderes Pflaster und warum manche pileser hier versuchen Schlechtes mit Schlechtem zu rechtfertigen erschließt sich mir nicht.
15:46
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Wenn sie davon nichts mitkriegen, dann empfehle ich ihnen z.B. einen Deutschkurs, dann hätten sie vielleicht den den folgenden Artikel gefunden: http://www.derwesten.de/panorama/ausschreitungen-bei-kurdischem-kulturfest-in-mannheim-id7074257.html
Dass neben den 2.500 gewalttätigen Chaoten auch 37.500 friedlich feiernde Kurden (es war nämlich ein kurdisches Volksfest und kein muslimisches, auch wenn sie es sich wahrscheinlich nicht vorstellen können gibt es unter ihnen nämlich auch Christen, Juden und Aleviten) teilgenommen haben interessiert sie scheinbar auch nicht.
Sie haben ja bestimmt auch Quellen dafür, dass es sich bei den Gewalttätern um Muslime gehandelt hat und nicht vielleicht z.B. die PKK die mir beim Thema verbotene kurdische Organisationen sofort einfällt.
Und was das eine Thema generell mit dem anderen zu tun hat ausser ihnen zur Relativierung zu dienen müssen sie auch noch erklären.
snafu.
15:34
Da beschwerte sich ein Rentner, ca. 70, bei einem anderen, daß der Götze beim Länderspiel die Nationalhymne nicht gesungen habe. Das habe er sicher auf Anweisung von Löw getan, damit die Diskussion um die nichtsingenden Ausländer aufhören solle. Und der Götze solle sich am besten ein Bein brechen beim nächsten Spiel.
Sein Gegenüber, vielleicht etwa 75, pflichtete ihm bei mit den Worten: "Unter Adolf hätten sie sich das nicht getraut."
Ich habe mich gefragt, ob das gerade wirklich passiert, weil das ja nun wirklich jedem Klischee entspricht, das man über alte Rentner haben kann. War aber wirklich so: Sonntag, 9.9.2012, 9.55 Uhr in der Straßenbahn 102 in Mülheim.
Und solche Leute leben von meinen Rentenbeiträgen...
Es gibt viele weltoffene Rentner, die auch im hohen Alter noch die Welt bereisen. Natürlich auch von meinen Rentenbeiträgen und Steuern.
Leider gibt es davon nicht viele Ruhrgebiet. Dafür fehlt die Kohle.
15:13
Ich denke, dieser Vorfall, wenn er sich konkret so abgespielt hat und von dem gehe ich aus, ist ein Symptom von Fremdenangst. Diese Fremdenangst und die damit verbundenen verbale und nonverbale Gewalt wird m.E. noch gewaltig zunehmen, denn der Sumpf, in dem Gewalt gedeiht, wird eifrig von der Politik gewässert. Ich schreibe nur die Stichwörter Jugendzentren, Ausbildungsstellen, Zukunftsperspektiven, Euro und könnte sie beliebig fortsetzen. Es ist eine, zwar dumme, aber menschliche Reaktion, auf die einzuprügeln, die schwächer als wir sind. Darum ziehe ich meinen Hut vor denen, die sich diesen Taten und Tendenzen entgegenstemmen. Für mich ist dieser Widerstand Pflicht eines jeden denkenden Menschen.
14:33
@Hagrid: So ist es. Weil wir immer rund recherchieren, hatte das Verkehrsunternehmen die Möglichkeit, seine Sicht der Dinge zu schildern. Mehr als diese dünne Antwort gab es nicht. Zudem sind wir ja auch jederzeit von jedermann kontaktierbar. Frau Ixkes hat Anzeige erstattet und eine andere Frau aus dem Bus als Zeugin angegeben. Der Klartext behandelt das Thema Zivilcourage und steht für sich.
Wer hier pöbelt, sollte es mal mit Klarnamen versuchen.
Schönen Rest-Sonntag
Gute Antwort!
14:05
Wer hier gern die Sicht des Busfahrers lesen würde und deren Fehlen zum Vorwurf an den Bericht macht:
Es ist doch ganz einfach. Der Fahrer ist erst mal zum Schweigen vergattert worden, und er wird von der Presse auch gar nicht kontaktiert werden können, sofern die nicht den genauen Dienstplan hat, was ich nicht glaube.
13:55
Da steigt ein Inder mit Einkaufstüten in den Linienbus, und wird ohne Grund vom Busfahrer angeschrieen? Mehrere Fahrgäste ergeben sich verbal in harten ausländerfeindlichen Angriffen? Eine empörte Frau wird aus dem Bus geworfen?
Sorry, aber das ist so nicht glaubhaft, und vollkommen irreal. Entweder, der Bericht lässt da mal wieder einiges aus, oder aber Frau Ixkes hat eine extrem subjektive Wahrnehmung.
Es ist durchaus vorstellbar, dass der Busfahrer den Fahrgast wegen irgendwas angeschnauzt hat. Tüten auf dem Behindertenplatz, keine unaufgefordert vorgezeigte Fahrkarte beim Einsteigen usw. Busfahrer sind ja oft nicht gerade dienstleistungsbewusst.
Es ist ebenfalls denkbar, dass Frau Ixkes zu harte Worte für den Vorfall fand, und daraufhin manche Fahrgäste meinten, sich einmischen zu müssen.
Aber Busfahrer und Fahrgäste überziehen einen friedlichen Inder ohne Grund mit ausländerfeindlichen Anmachen? Nein, nicht vorstellbar. Da steckt mehr dahinter, was uns hier verschwiegen wird.
Danke! Es gibt doch noch Leute die nicht einfach alles so glauben was Ihnen aufgetischt wird. Das macht Hoffnung auf mehr...
Dieses Ganze Gutmenschentun... usw... langsam wird einem speiübel beim Lesen
Ich stelle meine Sporttasche und Taschen auch immer auf einen Sitz. Angeschnauzt zu werden, verbitte ich mir aber auch. Andere setzen ihren dreckigen Hund oder ihre dreckigen Schuhe/Füße auf einen Sitz. Da kann ich meine sauberen Taschen dort halt auch abstellen. Ist meine Tasche nass, stelle ich sie auf den Boden.