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Bunt, kreativ - eine Wundertüte

22.05.2011 | 16:37 Uhr
Bunt, kreativ - eine Wundertüte
Auftritt der Band Tapeto beim Release-Konzert für den NRZ-Sampler im Bollwerk in Moers. Foto: Bernd Lauter / WAZ FotoPool

Moers. 19 Bands spielten auf der fünfstündigen Sampler-Party von Bollwerk und NRZ: Newcomer, Routiniers, „alte Hasen“.

Kurz vor Ende der fünfstündigen Sampler-Party fegte am späten Samstagabend im Bollwerk noch einmal ein mitreißender Sturm über die Bühne: „The Peak“, die Newcomerband aus Neukirchen-Vluyn, rockte mit ihrem satten und extravaganten Crossover und mitreißender Bühnenperformance den Saal – der heimliche Sieger auf der kleinen „Bühne des Herzens“. Aber auch bis dahin hatte die Wundertüte von „Moers kommt aus dem Keller“ reichlich kreativ-bunte Musik von Hip Hop bis Berliner Schule versprüht. 19 Bands wechselten sich auf zwei Bühnen ab und ließen live hören, was die Region derzeit musikalisch drauf hat.

Vater und Sohn
zusammen auf der Bühne

Ein seltenes Vergnügen: Vater und Sohn spielen mit ihren Bands gemeinsam auf einem Konzert – so geschehen am Samstag. Auch für den Moerser Jens Lammert, Sänger und Gitarrist von „Owner’s Manual“, war’s das erste Mal. Absolut cool, befand Jens das Vater-Sohn-Ereignis und outete sich trotz musikalischer Unterschiede als Fan von „Adam’s Pet“, der Band, in der Vater Jan Keyboard spielt. „Es geht nicht um Stilrichtungen, sondern einfach um gut gemachte Musik“, so Jens Lammert, der mit seiner Band gute alte Rockmusik im Stil von Led Zeppelin oder Deep Purple macht. Musik, mit der sein Vater aufgewachsen ist.

Viel Nachwuchsarbeit hat das Bollwerk im letzten Jahr in Sachen Musik gemacht – und siehe an, die Kinder sind groß geworden: Das (immer noch) junge Quartett „Das Ding“ braucht längst keinen Welpenschutz mehr. Binnen eines Jahres hat die Band um Sänger Safi musikalisch Riesenschritte gemacht und zeigte am Samstag im Bollwerk mit ihrem unverwechselbaren Stil, dass da künftig noch mehr geht. Auch die Kamp-Lintforter Band „In A Flash“ zeigte sich selbstbewusster und souveräner. Für Frederik Blang (16) und Lara Dorow (17) vom Akustik-Duo „Opposites Attract“ war ihr Act im Bollwerk der erste große Auftritt, der Platz auf dem Sampler für die Schüler des Gymnasiums in den Filder Benden ein überraschender Erfolg. Mit einem hohen Maß an Professionalität und Ohrwurmqualität in Silbermond-Manier präsentierten sich zudem einmal mehr „Kleinstadtchaos“ – ebenfalls eine der jungen Moerser Bands.

So viele
Musikrichtungen

Schön-schrilles Teenie-Fangekreische brandete für die „alten Hasen“ von Bands wie „Almost Famous“ oder die Urgesteine „Westcoast“ zwar selten auf, dafür waren die Musiker aber nicht mit weniger Spaß bei der Sache. „Das Schöne ist, so viele Richtungen zu hören. Unter uns Musikern zählt kein Alter. Mich wundert es fast, dass die Kiddies unseren Sound gut finden, der schon 30, 40 Jahre alt ist“, so Jürgen Zabel (49) von „Almost Famous“.

Die Technik hatte bei den fliegenden Wechseln keinen leichten Job – aber nur beim Akustik-Duo „Chamäleon“ gab es ernsthafte Aussetzer. Das Duo performte trotz nötig gewordenem Gitarrentausch unter anderem seinen Sampler-Titel „Bubble“. Mit dem einzigen Hip Hop-Act des Abends brachte „Power of Nature“ die 250 Zuschauer in Stimmung, die als Freestyle-Battle in Trikots vorgetragene Pokalfinalvoraussage dem MSV aber leider kein Glück ...

Schön war’s. Zum Glück haben wir einen Teil davon vorab konserviert: Der gemeinsame Sampler von Bollwerk und NRZ „Moers kommt aus dem Keller“ mit allen Bands ist in den nächsten Tagen zu haben – für 3,50 Euro im Bollwerk und in der Stadtinformation, Homberger Straße 4.

Gabi Gies

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