Bundesweite Razzia wegen Immobilienbetrugs - Haupttäter aus Moers

An der Landwehrstraße ist die Firma R.E.F. ansässig. Die Polizei durchsuchte in den frühen Morgenstunden die Räume.
An der Landwehrstraße ist die Firma R.E.F. ansässig. Die Polizei durchsuchte in den frühen Morgenstunden die Räume.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ermittlungskommission „Immo“ veranlasst bundesweite Razzia. Mutmaßlicher Haupttäter stammt aus Moers und hat dort seinen Firmensitz.

Moers.. Viel bemerkt hatten die Anwohner der Landwehrstraße von der gemeinsamen Aktion von Kripo und Steuerfahndung am gestrigen Morgen nicht. Ein paar „dunkel gekleidete Männer“ waren einer Mitarbeiterin der Stadtbau Moers vor dem Haus Nummer 14 aufgefallen, aber nichts deutete darauf hin, dass dies der Abschluss einer einjährigen Ermittlung gegen eine Gruppe von mutmaßlichen, NRW-weit tätigen Immobilienbetrügern war. Ein 37-jähriger Mann aus Moers wurde verhaftet – er soll der Haupttäter sein, der für einen Millionenschaden verantwortlich sei.

Hintergrund Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen, nachdem die Sparkasse Neukirchen-Vluyn zwei Strafanzeigen wegen Betruges erstattet hatte. Bei der Razzia in den Räumen der „R.E.F. Consulting GmbH“ an der Landwehrstraße, in drei weiteren Häusern in Moers, einem in Neukirchen-Vluyn und elf weiteren Städten in NRW, in Berlin und Niedersachsen suchten die Ermittler nach Beweisen für die Betrügereien, mit denen die Banken um Gesamtbeträge in zweistelliger Millionenhöhe gebracht worden sein sollen.

Geflecht von Scheinfirmen

Die fünfköpfige Ermittlungskommission „EK Immo“ der Kreispolizei Wesel leistete fast ein Jahr lang harte kriminalistische Arbeit. Sie entwirrte ein Geflecht von Scheinfirmen, deckte falsche Identitäten von Geschäftsführern und angeblichen Kreditnehmern auf, kam hinter das „Geschäftsprinzip“, mit dem die Banken dazu gebracht wurden, für aufgehübschte Schrottimmobilien Kredite unter anderem an nicht existierende Kreditnehmer auszuzahlen.

Sabine Vetter, Pressesprecherin der Kreispolizei, verwies auf einen Fall, in dem ein fast abbruchreifes Mehrfamilienhaus in Duisburg-Neuenkamp für 70 000 Euro gekauft und in Eigentumswohnungen aufgeteilt wurde, für die die Banken Kredite von rund 555 000 Euro gewährten. Die „Kreditnehmer“ oder Strohmänner erhielten nur einen Bruchteil der Beute – den großen Reibach machten die Drahtzieher.