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Bund und Land überweisen „Nachschlag“ für Festivalhalle

19.02.2015 | 07:00 Uhr
Bund und Land überweisen „Nachschlag“ für Festivalhalle
Foto: HEROLD, Volker

Moers.   Mehr Geld für erhöhte Baukosten. Einsparungen beim Festival 2015. Ulrich Greb bleibt Geschäftsführer der Kultur GmbH

Weitere Einsparungen beim Moers Festival, zusätzliches Geld von Bund und Land für die Festivalhalle, Vertragsverlängerung für Geschäftsführer Ulrich Greb – auf der ersten Sitzung des Jahres 2015 hatte der Aufsichtsrat der Kultur GmbH am Mittwoch eine ganze Reihe wichtiger Themen auf der Tagesordnung.

Am erfreulichsten sind die Nachrichten über weitere Zuschüsse für die Festivalhalle am Solimare. Deren Umbau kostete 2,5 Millionen Euro und war damit, wie berichtet, 312 000 Euro teurer geworden als veranschlagt. Bund und Land beteiligen sich mit jeweils 99 000 Euro an diesen Zusatzkosten. Sie sind offenbar zu dem Ergebnis gekommen, dass die Erhöhung nachvollziehbar war, berichtete die Aufsichtsratsvorsitzende Carmen Weist. Den Rest muss die Kultur GmbH erwirtschaften. Der Einsatz der Moerser Bundestagsabgeordneten für den „Nachschlag“ war übrigens parteiübergreifend, wie Carmen Weist mitteilte. In Berlin haben Siegmund Ehrmann (SPD) und Kerstin Radomski (CDU) daran gearbeitet. In Düsseldorf engagierte sich erneut Ibrahim Yetim (SPD). Bund und Land hatten den Umbau bereits mit insgesamt 1,8 Millionen Euro unterstützt.

Einstimmig beschloss der Aufsichtsrat weitere Einsparungen. „Wir wollen die Qualität und den Anspruch des eigentlichen Festival-Programms halten“, sagte der künstlerische Leiter Reiner Michalke. „Da wir aber Kosten senken müssen, gehen wir an die Zusatzveranstaltungen.“ So werden die Konzerte im Dunkelzelt, das Open House, die „Nachtstimmen“ und die Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen in der Woche vor Pfingsten gestrichen. Michalke rechnet auf diese Weise mit Einsparungen von 60 000 Euro, eine Summe, die etwa der Höhe des Defizits des Festivals 2014 entspricht. Sollten sich Sponsoren finden, werde man versuchen, die eine oder andere Veranstaltung kurzfristig wieder ins Festival aufzunehmen, so Michalke.

Ebenso einstimmig beschloss der Aufsichtsrat, den Vertrag mit Ulrich Greb als Geschäftsführer der Kultur GmbH bis Ende 2017 zu verlängern. Dabei werden Grebs bisherige Brutto-Bezüge in Höhe von 1450 Euro eingefroren. Allerdings wurde auch eine Erfolgsprämie vereinbart, die sich auf den städtischen Zuschuss für das Pfingstfestival bezieht. Benötigt die Kultur GmbH weniger als die festgeschriebenen 336 000 Euro, kassiert Greb zehn Prozent von der eingesparten Summe. Eine „charmante und gute Lösung“ nennt Bürgermeister Christoph Fleischhauer die Einigung. Der Aufsichtsrat sei im Übrigen zufrieden über die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Greb, sagte die Vorsitzende Carmen Weist.

Ulrich Greb (55) ist seit 2003 Intendant des Schlosstheaters. 2011 übernahm er zusätzlich die Geschäftsführung der Kultur GmbH, die das Moers Festival veranstaltet und die Halle betreibt. In diese Zeit fällt die Kürzung des städtischen Zuschusses für das Festival um 224 000 Euro. Unter diesen Rahmenbedingungen trieben Greb und Michalke den Umzug vom Zelt in die Halle am Solimare voran, ohne die es das Pfingstspektakel nicht mehr gäbe.

Thomas Wittenschläger

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2015-02-19 07:00
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