Böse Osterüberraschung in Moers

Auch der Porsche 911 Turbo S steht auf teuren Felgen.
Auch der Porsche 911 Turbo S steht auf teuren Felgen.
Foto: picture alliance / dpa

Moers..  Die Polizeimeldung besteht aus nur einem Satz: „Unbekannte brachen heute gegen 2.35 Uhr in die Werkstatt eines Autohändlers an der Straße Am Schürmannshütt ein und stahlen eine unbekannte Menge an Reifen bzw. Rädern.“ Hinter dieser kurzen Meldung verbirgt sich allerdings ein Schaden von über 70 000 Euro – angerichtet in der Nacht zu Ostermontag beim Porsche Zentrum Niederrhein.

„Das waren 14 Sätze Räder, keiner unter 5000 Euro. Der von meiner Frau war auch dabei.“ Hans-Paul Terhoeven, Leiter After Sales im Porsche Zentrum, listete gestern im Gespräch mit der Redaktion die Schäden auf. Ein Auto bekam ein paar Schrammen ab, zwei Scheiben gingen zu Bruch, aber das sind eher Kleinigkeiten im Vergleich zu der Summe, die die Radsätze kosten.

Ein Rad, das ist die Kombination aus Reifen und Felge. Vier Räder machen einen Satz, und diese Radsätze standen auf Rollwagen in der Werkstatt, bereit zur Montage auf die Kundenautos. Im Frühjahr werden die Winter- gegen Sommerreifen ausgetauscht – die Täter haben den Zeitpunkt des Einbruchs aus ihrer Sicht gut gewählt. Sie gingen auch bei der Tat höchst professionell zu Werke. „Die haben sich aus Euro-Paletten eine Leiter gebaut.“ Hans-Paul Terhoeven zeigte den Weg, auf dem die Einbrecher kamen und verschwanden: Über das benachbarte ehemalige Züblin-Gelände fuhren sie, durch ein Gebäude gedeckt, mit einem LKW in die Nähe des Zaunes. Dort bauten sie sich auf beiden Seiten eine Art Treppe aus Holzpaletten, brachen die Werkstatt auf und schoben die Rollwagen mit den Radsätzen nach draußen. Dann mussten sie nur noch die Räder über den Zaun hieven, verladen und flüchten. Terhoeven: „Der Wachdienst war hier, aber die waren weg.“

Ob Hans-Paul Terhoeven von den geklauten 98 Porsche-Rädern jemals eines wiedersieht, ist mehr als fraglich. „Der Großteil solcher Diebstähle sind Bestelldiebstähle“, erläutert Franz-Josef Kuhmann, Sprecher der Kreispolizeibehörde Wesel. Es bestünde die Vermutung, dass die Räder auf dem Weg nach Russland seien: „Moskau ist die Stadt, in der weltweit die meisten Porsche zugelassen sind.“ Porsche-Räder würde man eher nicht bei Ebay-Auktionen im Internet finden, so Kuhmann.