Blütenpracht und Garten-Kunst in Kamp-Lintfort

Georg und Anneliese Berns haben einen tollen Garten.
Georg und Anneliese Berns haben einen tollen Garten.
Foto: Ulla Michels
Was wir bereits wissen
Anneliese und Georg Berns hegen und pflegen ihren Garten. Sie werden dafür mit üppiger Blütenpracht und betörendem Duft belohnt.

Kamp-Lintfort..  Unzerkratzte Arme hat Anneliese Berns nur im Winter. Denn dann machen die Rosen Pause und die Kamp-Lintforterin muss nicht Verblühtes abknipsen. Aber dieses Opfer bringt sie gern.

Schließlich wird sie von den Pflanzen mit einem betörenden Duft und üppiger Blütenpracht belohnt, die sich an allen Enden des großen Gartens ausbreiten. Sie heißen Mailand, Schneewittchen oder Philatelia und unten drunter ist frisch durchgehackt. Überhaupt ist es im Berns’schen Garten recht aufgeräumt.

Der Buchs ist sauber zu Kugeln oder Spiralen geschnitten, der Kies glatt geharkt, der Rasen scheint es gar nicht zu wagen, über die Kanten zu wachsen und Unkraut macht wohl auch einen Bogen um die gut 1300 Quadratmeter Grün. „Da haben wir einfach Glück“, behauptet Anneliese Berns, „der Boden ist nicht verunkrautet.“ Naja, vielleicht beherzigen die beiden aber auch den Spruch, den Georg Berns grade zitiert: „Wer einmal Unkraut lässt stehen, muss sieben Jahre jäten gehen.“

Dabei ist es noch gar nicht lange her, da sah es in diesem Garten noch ganz anders aus. Das Ehepaar Berns betrieb Landwirtschaft mit Rindvieh und Schweinen und da, wo jetzt die Pflanzen poetische Namen tragen, ging es doch recht prosaisch zu. Bohnen, Kartoffeln und Co. sorgten dafür, dass auch viele hungrige Mäuler am Tisch der Familie satt wurden. Jetzt ist hier nur noch Platz satt für Rhododendren, Hortensien, Tagetes und – uuups – da hat sich doch glatt eine Reihe Salat dazwischen gemogelt. „Ab Mai essen wir jeden Tag Salat“, sagt die 68-jährige Hausherrin lachend, „das ist aber das einzige Gemüse, was wir noch haben.“

Über allem wacht ein Blauschaf des Vierbaumer Künstlers Rainer Bonk. Das Ehepaar Berns freut sich sehr, wenn die Enkelkinder zu Besuch kommen. Aber dass sie gerne zusehen wollten, wenn die lieben Kleinen mit Blutgrätschen und Bombenschüssen die Rabatten ruiniert hätten – soweit geht die Liebe denn doch nicht. Wie gut, dass es vor dem Haus die alte Bullenwiese gibt – in der Nachbarschaft auch gerne „Central Park“ genannt. Hier ist die Wiese nicht ganz so sattgrün, hier können die Kleinen toben, und hier darf auch eine Schaukel und ein Trampolin stehen. „Ich hätte hinterm Haus nicht gerne für die paar Tage im Jahr ständig draufschauen mögen“, sagt Anneliese Berns. Und in der Tat: Blaues Plastik harmoniert einfach nicht so dolle mit roten Rosen.

Wenn die beiden Kamp-Lintforter nicht in ihrem Garten arbeiten – drin sitzen ist sowieso eher selten – dann fahren sie gerne mit dem Rad oder bereisen Gartenschauen. Immer auf der Suche nach neuen, raren Pflanzen. Klar, dass die beiden sich ein Loch in den Bauch freuen würden, wenn sie das 2020 vor der Haustür tun könnten.