Bindung des Mietpreises am Nordring

Neukirchen-Vluyn..  Der Mieterschutzbund fühlt sich in seiner Auffassung zu den Massenkündigungen in den Nau-Häusern bestätigt. Dass der Eigentümer nachträglich eingeräumt habe, kein Konzept zu haben, zeige, dass die Argumentation für die Kündigungen nicht tragfähig sei, sagte der Geschäftsführer des Mieterschutzbundes, Peter Heß. In den Schreiben hieß es zur Begründung, der Ersteher könne kündigen, weil er „durch die Fortsetzung des Mietverhältnisses an einer angemessenen wirtschaftlichen Verwertung des Mietobjektes gehindert wird und dadurch erhebliche Nachteile erleidet“. Der Kündigungswunsch sei formuliert, sagt Heß, aber ohne inhaltliche Bedeutung. Der Eigentümer habe wohl nicht gerechnet.

Heß weist nach wie vor darauf hin, dass die Mieter als Gemeinschaft auftreten sollten, um für jeden einzelnen ein „halbwegs akzeptables“ Angebot herbeiführen zu können. Mit Blick auf die Sorge, dass trotz aller Ankündigungen der Eigentümer die Mieten womöglich nach der Sanierung doch explodieren könnten, scheint sich die Zahlung von Fördermitteln aus dem sozialen Wohnungsbau-Programm auszuwirken. Demnach gibt es Auflagen, wie Stadtsprecher Frank Grusen sagte. Auf sämtlichen Immobilien liege die Auflage, an Mieter mit Wohnberechtigungsschein zu vermieten. Ein Eigentümer könne eine Befreiung beantragen, sofern ausreichend Ausweichraum vorhanden ist. Ein solcher Antrag liege aber nicht vor. Darüber hinaus gibt es nach Auskunft Grusens eine Mietpreisbindung, die nur mit Genehmigung des Landes aufgehoben werden dürfe. Der Vermieter dürfe nur die Kostenmiete verlangen und müsse dafür eine Wirtschaftlichkeitsrechnung vorlegen.