Bildung im Fokus

Moers..  Ist es ein Reflex, ist es Folklore in dieser Stadt? Moerser und ihr Festival, Moerser und das Schlosstheater haben eine scheinbar schwierige Beziehung. Wann immer es ans Sparen geht, geraten beide ins Visier. Dabei geht es um freiwillige Ausgaben von 1,6 Millionen Euro (inklusive Comedy Arts Festival), die ein Haushaltsloch von acht Millionen auch nicht ansatzweise stopfen würden. Vielleicht ist es aber auch die heiß diskutierte Grundsteuer B, die dazu führt, dass die Sparvorschläge gegen die beiden Einrichtungen höher ausfallen als bei unserem Bürgerbarometer vor drei Jahren. Beim Moers Festival bleibt es mit 31 beziehungsweise 32 Prozent relativ gleich. Ans Schlosstheater wollten 2012 noch 15 Prozent der Befragten ran, in diesem Jahr 24 Prozent. Bevor es an den eigenen Geldbeutel geht, fällt der Griff in den eines anderen leichter.

Nicht unbedingt erstaunlich, dass die Musikschule (10 Prozent in 2012, 3 Prozent in 2015) dabei fast gänzlich aus dem Fokus geraten ist. Bildung wird immer häufiger ein Thema und wer will da schon an den Kindern sparen. Dazu passt, dass auch die Jugendzentren weitgehend verschont werden bei den Angaben, was entbehrlich ist. Nur 2 Prozent der Befragten sagten, sie könnten darauf verzichten.

Schwer zu interpretieren: In den östlichen Stadtteilen hat das Theater mehr Freunde als anderswo. Dort ist auch der Wille, den Sportvereinen Zuschüsse wegzunehmen, größer.

Den künstlerischen Leiter des Moers Festivals, Reiner Michalke wird es freuen: gerade die jüngeren Befragten schielen nicht auf die Mittel des Festivals. Aber auch die Gruppe derer, die mit dem Festival in die Jahre gekommen ist, die 50- bis 59-Jährigen, zeigt deutliche Zurückhaltung.

Festzuhalten ist aber auch: 16 Prozent der Befragten machten keine Angabe auf die Frage, worauf sie verzichten könnten. Im Ergebnis der dritthöchste Wert bei der Auszählung.