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Bilder, die berühren

11.01.2014 | 08:00 Uhr
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Bilder, die berühren
Foto: Marc Albers

Neukirchen-Vluyn. Mirsada Ponjevic ist fassungslos von den Bildern, die sie aus ihrer Heimat Bosnien erreichen. Straßenhunde leben auf Mülldeponien, kämpfen ums blanke Überleben, ständig bedroht von Hunger und Krankheit und nun auch noch das: Eine Gesetzesänderung erlaubt es seit diesem Monat, Straßenhunde nach 15 Tagen in einem Tierasyl zu töten.

„Ich habe gesehen wie Hunde, teils noch Welpen, auf einen Haufen gelegt und erschossen werden. Andere werden verprügelt oder bei lebendigem Leibe verbrannt“, erzählt sie. Bilder, die die Neukirchenerin nicht ruhig schlafen lassen. „Ich muss dort wieder hinfahren und versuchen zu helfen“, sagt sie. „Es ist mir peinlich, wie in meiner Heimat mit Tieren umgegangen wird.“

Auch ihr Mann Edin stammt aus Bosnien. Er erzählt: „Wir hatten immer Tiere. Die haben zwar draußen gelebt und nicht wie in Deutschland im Haus, aber sie wurden immer gut behandelt, nie geschlagen und hatten immer zu essen.“ Was jetzt in seiner Heimat los ist, macht ihn wütend. „Ich möchte mich engagieren, um die Leute wachzurütteln, um ihr Mitgefühl zu wecken.“ Hoffnung der Tierschützer ist, dass sich etwas in den Köpfen der Menschen ändert, dass solche Grausamkeiten nicht mehr zugelassen werden. Derzeit haben sie über Facebook Kontakt zu Tierschützern vor Ort. In ihrer Heimatstadt Veliika Kladusa gibt es drei Mülldeponien, auf denen Hunde leben. Tierschützer versuchen, Futter, eine Hütte und medizinische Versorgung zu geben. Ein Tierarzt hat sich gefunden, der die Tiere unentgeltlich kastriert. Doch die Versorgung reicht nicht aus.

Bald werden Mirsada und ihr Mann nach Bosnien fahren und retten, was zu retten ist. „Die Welpen haben eine Chance vermittelt zu werden“, sagt sie. „Klar gibt es in Deutschland genug Hunde. Aber die leiden nicht so sehr wie die Hunde in meiner Heimat. Ich kann nicht zusehen und nichts tun“, so das Argument der Neukirchenerin.

Deshalb hat sie mit ihrer Freundin, Lidija Puz, eine Sammelstelle in ihrem Keller eingerichtet. Hier lagern schon Decken und Futter, die bald nach Bosnien gehen werden. Die Neukirchener arbeiten mit der österreichischen Tierschutzorganisation „Thino Tierherzen in Not“ zusammen. Die Freunde berichten, dass in der Vergangenheit Gelder von anderen Organisationen veruntreut worden wären, die schon viel hätten bewirken können. Mit der neuen Organisation, die auf Facebook zu finden ist, wollen die Freunde nun sicherstellen, das alles dorthin kommt, wo es hingehört – zu den Tieren.

Julia Wolf

Kommentare
12.01.2014
17:49
Bilder, die berühren
von doc_compi | #1

Gerade ich als Halter eines Hundes. der hier in Deutschland misshandelt wurde, kann gut verstehen das man helfen muss. Allerdings bitte ich immer darum, so zu helfen das Tiere nicht wiederum leiden müssen. Ist die Vermittlung nicht im Vorfeld gesichert, sollte man es den Tieren ersparen Ihr leben in Käfigen verbringen zu müssen. Leider werden in letzter Zeit mit sogenannten Nothunden wirtschaftliche Gewinns erzielt. Kämpfen wir für Gesetze die dies verhindern und unterstützen die ehrlichen Helfer.

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