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Gericht

Bewährung für Taxiunternehmer aus Moers

19.01.2010 | 07:07 Uhr

Moers/Kleve. Zwei Jahre auf Bewährung für Inge und Winfried Wencek, ein Jahr und zehn Monate für ihre Tochter Bärbel – mit diesem Urteil der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Kleve endete jetzt der Prozess um den Taxi-Skandal von Moers.

Von der angeklagten Steuerhinterziehung in Höhe von 2,8 Millionen Euro blieben letztendlich „nur” 445 000 Euro übrig; jedoch waren es bei allen Angeklagten jeweils über 60 Fälle, für die sie verurteilt wurden.

Bevor das Urteil gesprochen wurde, verzichteten die Angeklagten allerdings auf die knapp über 400 000 Euro, die nach einer Durchsuchungsaktion sichergestellt werden konnten. Die im Urteil der Wirtschaftsstrafkammer festgestellte Summe an hinterzogenen Steuern betrug insgesamt 445 000 Euro; daher wurde in den Bewährungsauflagen festgelegt, dass die Angeklagten weitere 40 000 Euro an den Fiskus zu zahlen haben. Zudem zahlt Bärbel Wencek 10 000 Euro, ihre Eltern gemeinsam weitere 15 000 Euro an die Landeskasse.

Sie werden wohl nie wieder straffällig werden

„Alle Angeklagten waren nicht vorbestraft”, kommentiert Jürgen Ruby, Pressesprecher des Landgerichts, das Urteil. „Bei den Eltern ist nicht davon auszugehen, dass sie in ihrem Leben noch einmal straffällig werden.” Inge Wencek ist 71 Jahre, ihr Mann Winfried 72 Jahre alt. Auch für Bärbel Wencek gilt diese Prognose, denn die Steuerprüfungen der letzten beiden Jahre seien ohne Beanstandungen verlaufen, so Ruby. Was den Anklagevorwurf der Steuerhinterziehung von 2,8 Millionen Euro anginge, so seien steuerrechtliche Schätzungen etwas anderes als strafrechtlich verwertbare Beweise. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Weiter fahren

„Wiederholungsgefahr besteht auf keinen Fall”, erklärt auch Heinz-Joachim Moser, Pressesprecher der Moerser Staatsanwaltschaft. Die gesamte wirtschaftliche Existenz der Familie Wencek sei „weg” – die Pferdezucht der Tochter, die Eigentumswohnung und auch das Einfamilienhaus. Der Neukirchen-Vluyner Verteidiger Kai-Uwe Klockmann nennt es „ein angemessenes Urteil nach einem schwierigen Verfahren”. Es stelle alle Parteien und auch den Staat zufrieden. Man habe um die Grundlagen des Urteils gerungen, da es für alle Steuerschätzungen verschiedene Berechnungsmethoden gäbe.

Die gelben Mietwagen werden weiter fahren. Die Geschäfte der Firma wurde von einer ehemaligen Wencek-Fahrerin übernommen.

Harry Seelhoff

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