Bestnote für das grüne Moers

Sarah Jänecke und Andrea Cortes-Gomes (v.l.) wünschen sich mehr Bänke im Stadtpark.
Sarah Jänecke und Andrea Cortes-Gomes (v.l.) wünschen sich mehr Bänke im Stadtpark.
Foto: Markus Jooten
Was wir bereits wissen
Beim NRZ-Bürgerbarometer gibt es viel Lob für die grüne Lunge der Innenstadt. Die Kulturinsel Nepix Kull kommt nicht so gut weg. Jugendliche wünschen sich eine Hütte im Park.

Moers.. Bestnote für das grüne Moers und damit auch für die grüne Lunge der Grafenstadt mitten in der City. Was mögen die Moerser besonders an ihrem Stadtpark, wie und wann nutzen sie ihn und gibt es trotz Zufriedenheit noch Verbesserungspotenzial? Es ist ein warmer Nachmittag, die Sonne scheint und im Park ist jede Menge los – wir haben uns umgehört.

„Wenn warmes Wetter ist, kommen wir fast jeden Tag hierhin, gerne auch mit unseren Enkeln und Urenkeln“, sagt Helga Wylenzek. Die 75-Jährige nutzt den Park zum Spazierengehen, um mit den Enkeln auf den Spielplatz zu gehen und um Natur zu genießen. Ihr Lieblingsplatz ist das Rosarium, „vor allem in diesen Tagen“, sagt die Moerserin mit Blick auf die duftenden Rosen.


Für Jutta van Gemmern ist der Park nicht nur zu Fuß oder mit dem Rad ein schöner Weg in die Innenstadt, auch als Walkingstrecke nutzt sie das städtische Grün gerne, ebenso für Spaziergänge. „Ich mag die Weitläufigkeit und den üppigen Baumbestand. Es gibt hier wirklich viele lauschige Plätzchen,“ so die 58-Jährige. Ihre Mutter ist erst vor Kurzem in die Grafenstadt gezogen, eines hat Elfriede Schmeing überrascht. „Ich komme vom Land, bin aber sehr erstaunt, wie grün die Stadt ist.“

Beutelspender kommen gut an

Andrea Wenczek genießt gerade mit ihrem Welsh-Terrier „Aga“ auf einer Bank die Sonne. „Ich finde, für uns Hundemenschen ist im Park mit den Beutelspendern wirklich gut gesorgt. Ich mag den Park mit all seinen Bereichen.“ Etwas störend empfindet sie den derzeit „ungepflegten“ Zustand der Kulturinsel „Nepix Kull“. Auswärtige Parkbesucher bekämen so ein völlig falsches Bild vom Park. Andrea Cortes-Gomez ist mit ihrer fünf Monate alten Tochter Larina und ihrer Cousine Sarah Jänecke unterwegs. Sie schätzt den Park besonders für Spaziergänge mit dem Nachwuchs. „Das einzige was fehlt, sind vielleicht ein paar mehr Bänke – oder zumindest, dass man die kaputten repariert“, sagt die 31-Jährige.


Der 19-jährige Yannik ist mit seinen Freunden im Park. „Bei gutem Wetter bin ich fast täglich hier, besonders gerne auf der Wiese, hinten auf dem Basketballfeld oder beim Bettenkamper.“ Der Park sei „generell schön und gemütlich“, findet er. Was ihm fehlt? „Eine Hütte – hier ist leider nichts wind- und wetterfest.“ Sonst würde er mit seinen Freunden vielleicht noch öfter im Stadtpark anzutreffen sein ...

Analyse: Kulturangebot ist Schlusslicht

Die gute Nachricht vorweg: Die Moerser sind zufriedener als noch vor drei Jahren: Sowohl was das Sportangebot angeht, als auch in Sachen Kultur und Natur- und Erholungsbereiche gingen die Noten leicht nach oben. Nur bei der Infrastruktur stagniert die Note mit einer 2,4 – das aber sicherlich auf recht hohem Niveau.


Beim Blick auf die Details kristallisiert sich vor allem ein Gewinner heraus: Besonders zufrieden sind die Bürger in Moers im Schnitt nämlich mit ihren Natur- und Erholungsbereichen (2,2), gefolgt von der Infrastruktur (2,4) und dem Sportangebot (2,5). Auf dem letzten Platz landet das Kulturangebot mit einer 2,6.


Ein Ergebnis, das überrascht in einer Stadt, die mit zwei prominenten Festivals und dem renommierten Schlosstheater gleich mit drei großen kulturellen Aushängeschildern punkten könnte. Allerdings ist der letzte Platz mit einer Durchschnittsnote von 2,6 auch hier kein wirklich schlechter.


Besonders zufrieden mit dem Kultur- und Sportangebot sowie der Infrastruktur sind vor allem die Bürger aus den Stadtteilen im Zentrum – das könnte man als klassisches Indiz dafür nehmen, dass die besonders attraktiven Angebote in der Innenstadt zu finden sind. Eher schwer zu deuten: Tendenziell sind mehr Männer mit dem Kulturangebot zufrieden als Frauen.


Letztere wiederum bewerten die Infrastruktur besser als die Männer. Die größte Gruppe der Unzufriedenen in Sachen Kultur sind die 30- bis 39-Jährigen. Was die Infrastruktur angeht, haben vor allem die jungen (20 bis 29 Jahre) und die älteren (60 bis 69 Jahre) Befragten schlechtere Noten beim Bürgerbarometer vergeben.