Beseitigung wilder Müllkippen kostet Moers eine Million Euro

Jens Kreische (Wohnungsbau Moers), Ira Reese (Stadtbau), Lutz Hormes (Vorstand Enni) und Ulrich Kempken (Enni) auf dem Containerplatz am Dresdener Ring. Der Platz wird immer wieder als wilde Müllkippe missbraucht.
Jens Kreische (Wohnungsbau Moers), Ira Reese (Stadtbau), Lutz Hormes (Vorstand Enni) und Ulrich Kempken (Enni) auf dem Containerplatz am Dresdener Ring. Der Platz wird immer wieder als wilde Müllkippe missbraucht.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Vom Sofa auf der Straße bis zur achtlos weggeworfenen Plastiktüte: Für die außerplanmäßige Entsorgung entstehen Kosten – zu Lasten der Allgemeinheit.

Moers.. Wilde Müllkippen und kleinere Müllmengen, die außerplanmäßig entsorgt werden müssen, kosten Enni Stadt & Service in Moers jährlich eine Million Euro. „Die Kosten gehen zu Lasten der Allgemeinheit“, teilte Ulrich Kempken, Abteilungsleiter für Entsorgung und Reinigung, am Donnerstag mit.

Kein Einzelfall

Eine wilde Müllkippe in der Mattheck hatte erst Mitte Mai für Unverständnis und Ärger unter den Anwohnern geführt. Das ist leider kein Einzelfall. „Das Problem der wilden Müllkippen begleitet uns jetzt seit einigen Jahren“, sagt Enni-Vorstand Lutz Hormes. Für ihn gibt es zwei Arten von Verursachern: die Unwissenden und diejenigen, die absichtlich handeln.

Für die erste Gruppe, so Hormes, gebe es seit 2008 eine Kampagne, zu der etwa auch der jährliche Abfall-Sammeltag gehört. Für die zweite Gruppe gelte: „Da ist schwer dranzukommen.“ Manchmal ist der Zufall mit im Spiel, wenn es darum geht, die Verursacher einer wilden Müllkippe zu finden. „Wir finden nicht selten Kontoauszüge, Briefe oder Zeitschriften mit Adressaufkleber in den Müllhaufen“, sagt Jens Kreische, Prokurist bei der Wohnungsbau Moers.

Jeder zweiter Müllsünder wird ermittelt

Die, wenn man so will, Aufklärungsquote liege, so Jens Kreische, bei der Wohnungsbau bei rund 50 Prozent, jedes zweite Müllproblem kann also gelöst werden. Wird ein Verursacher ausfindig gemacht, kann es richtig teuer werden. Ulrich Kempken von Enni: „Wenn uns Hinweise vorliegen, erstatten wir Anzeige bei der unteren Abfallbehörde des Kreises. Zwischen 300 und 400 Euro können solche Ordnungswidrigkeiten dann kosten, weiß Kempken.

Vielleicht hilft auch das neue Abfallkonzept, das Enni gerade ausarbeitet. Lutz Hormes: „Für Kleinhaushalte soll es günstiger werden.“ Auch für andere Bereich der Entsorgung laufen gerade die Berechnungen.

Die Mattheck jedenfalls sah am Donnerstag aus wie frisch geputzt, von kleinen Ausnahmen abgesehen. Ira Reese, Teamleiterin bei der Stadtbau: „Die Entwicklung hier ist positiv. Wilden Müll kann man nie ganz verhindern.“