Berufskollegs: Architektenwettbewerb mit zwei Siegern

Prof. Zvonko Turkali (links) und Helmut Czichy mit den beiden erst platzierten Entwürfen
Prof. Zvonko Turkali (links) und Helmut Czichy mit den beiden erst platzierten Entwürfen
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Jury prüfte Entwürfe für den geplanten Neubau des Campus in Moers und vergab zwei erste Preise.

Moers/ Kreis Wesel..  Beim Architekten-Wettbewerb für den geplanten Neubau des Berufskolleg-Campus Moers haben zwei Architektenbüros gleichberechtigt den ersten Preis erhalten: Die Architekturbüros „farwick + grote" aus Ahaus im Nachbarkreis Borken sowie BKSP aus Hannover überzeugten die elf Jurymitglieder am meisten und erhalten jeweils 95 000 Euro.

Mit 40 000 Euro ist der dritte Preis dotiert, der an das Büro Rainer-Becker-Architekten in Berlin geht. Diese drei Gewinner haben nun noch die Möglichkeit, ihre Arbeiten nach den Anregungen der Jury nachzubessern und – wenn das auf insgesamt 83 Mio. Euro ausgelegte Projekt umgesetzt wird – diese dann erneut vorzustellen. Das Architektenbüro, das dann letztlich den Zuschlag erhält, muss das Preisgeld jedoch mit dem (weitaus höheren) Honorar verrechnen.

Zehn Stunden lang tagte die Jury aus Fach- und Preisrichtern, zu denen auch Vertreter der Politik und der Schulen gehörten. Jury-Vorsitzender ist Professor Zvenko Turkali, der als Hochschullehrer für Architektur an der Universität Hannover lehrt.

Über 100 Architekten hatten sich für den Wettbewerb beworben – zwölf letztlich Arbeiten eingereicht. „Die Architekten haben sich alle sehr gut ins Zeug gelegt und sehr hohe Qualität geliefert“, lobte der Professor. Die zwei Sieger seien „ganz hervorragende Arbeiten“, die – nach Nachbesserungen in der Umsetzung des pädagogischen Konzepts – beide zu realisieren seien.

Das Mammut-Projekt hat gewaltige Dimensionen: Auf einer Fläche von 45 000 Quadratmetern, was etwa acht bis neun Fußballfeldern entspricht, werden insgesamt vier Schulen an einem Standort zusammengefasst: Neben dem bereits auf dem Gelände an der Repelener Straße angesiedelten Berufskolleg für Technik würden von anderen Standorten in Moers das Mercator- und Hermann-Gmeiner-Berufskolleg sowie das Fachseminar für Altenpflege (aus Kamp-Lintfort) an den neuen Berufskolleg-Campus Moers wechseln.

Penible Kostenkontrolle

Bauwerk und technische Ausrüstung dürfen maximal 58,5 Mio Euro kosten – eine Voraussetzung, die beide Siegerentwürfe erfüllen. „Beide Architekturbüros sind kreativ, solide und leistungsfähig“, betont Helmut Czichy, der beim Kreis Wesel für den Bereich Planen, Bauen und Umwelt verantwortlich ist. Er nennt den geplanten Moerser Berufskolleg-Campus „einen echten Knaller“.

Diese Investition sei keine, bei der Geld verschwendet würde, sondern sorge dafür, dass Menschen vernünftig ausgebildet würden. Czichy ergänzt: „Wir haben eine ganz penible Kostenkontrolle. Darauf wird die Assmann-Gruppe aus Dortmund als Projektsteuerer schon achten.“