Benefizkonzert fürs Friedensdorf
18.02.2010 | 19:06 Uhr 2010-02-18T19:06:00+0100
Moers. „Wir haben uns ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Wir wollen alle 500 Eintrittskarten für das Benefizkonzert am 6. März im Kulturzentrum Rheinkamp verkaufen!” Mit großer Spannung gehe der Lions Club Moers in den Vorverkauf für den Abend mit dem Landespolizeiorchester NRW.
Der Erlös ist bestimmt für die Versorgung und Betreuung kriegsverletzter Kinder im Krankenhaus Bethanien.
Hermann Heinemann, ehemaliger Leiter der Moerser Musikschule: „Das muss einfach klappen! Die Karten kosten 20 Euro in der Stadtinformation, Neuer Wall 10. Und wir wollen unbedingt die 10 000 Euro zusammen bekommen, um vielen kriegsverletzten Kindern aus Afghanistan helfen zu können.”
Und Lions-Präsident Utz Schmitz verspricht: „Die Profimusiker des Landespolizeiorchesters treten in Big-Band-Besetzung mit etwa 35 Personen auf. Passend zu ihrem Namen spielen sie bekannte Melodien, die jeder aus dem Kino oder aus dem Fernsehen kennt. Das können ebenso Titel aus James-Bond-Filmen sein wie auch Falcos ,Der Kommissar' oder etwa die Titelmelodien aus den Miss-Marple-Streifen und aus ,Derrick'”.
Das Programm wird ergänzt durch die gebürtige Holländerin Lucy Wende. „Eine Jazzsängerin, die ihr Publikum begeistert”, kündigen die Lions an.
Im Eintrittsgeld inbegriffen ist ab 18 Uhr ein Sektempfang mit Musik und einigen kurzen Grußworten. Das eigentliche Konzert beginnt anschließend um 19.30 Uhr.
Lebensqualität zurückgeben
Lions-Mitglied ist auch Dr. Christoph Chylarecki, Chefarzt der Unfallchirurgie im Krankenhaus Bethanien. Er gehört zu denjenigen, die seit vielen Jahren den kriegsverletzten Kindern und Jugendlichen aus Afghanistan helfen. „Die Mädchen und Jungen wohnen im Friedensdorf Oberhausen. Hier in Moers operieren wir sie.”
Bei der ehrenamtlichen Arbeit wird Chylarecki von anderen Medizinern des Krankenhauses und dem Pflegepersonal tatkräftig unterstützt. „Die Arbeit, die wir leisten, würde nach den Sätzen der Krankenkassen 5000 bis 10 000 Euro je Kind kosten. Doch es bleibt ja nicht bei der Arbeit. Prothesen, Implantate, Medikamente – das alles kostet. Viele Kinder haben Knochenvereiterungen. Amputationen nehmen wir dennoch nicht vor. Denn die Kinder im Alter von fünf bis 15 Jahren würden sonst nach ihrer Rückkehr ausgestoßen. So retten wir vielen nicht nur das Leben, sondern geben ihnen auch Lebensqualität zurück.”
Krankenschwestern wissen längst, wie sie mit den Kleinen umgehen müssen, die anfangs weder Toiletten noch Betten kennen. Nach sechs oder zwölf Monaten reisen die Kinder, die dann längst Deutsch gelernt haben, zurück in ihre Heimat. „Mit 10 000 Euro könnten wir weiteren Kindern helfen”, sagt Dr. Christoph Chylarecki.
0mitdiskutieren