Bekommen wir Public Viewing auf dem Weihnachtsmarkt?

Foto: Volker Herold
Michael Birr, als Chef von Moers Marketing Organisator des „Rudelguckens“, zur Entscheidung der Fifa, die Fußball-WM in Katar im November und Dezemenber 2022 stattfinden zu lassen

Moers..  Bei den vergangenen Welt- und Europameisterschaften haben auch in Moers die Fans zu Tausenden die Spiele beim Public Viewing verfolgt. Doch es war Sommer. Wie soll das 2022 funktionieren, wenn die WM-Spiele im Wüstenemirat Katar in den Monaten November und Dezember stattfinden? Die NRZ sprach mit Michael Birr, dem Chef von Moers Marketing.

Herr Birr, Sie haben mehrfach und erfolgreich Public Viewings organisiert. Gibt’s 2022 „Rudelgucken“ auf dem Weihnachtsmarkt?

Michael Birr: Klar, große LED-Wände haben wir, die Fans applaudieren mit Handschuhen und trinken Glühwein statt Bier... Im Ernst, nein! Ein Weihnachtsmarkt ist nicht der richtige Rahmen für öffentlich übertragene WM-Spiele. Außerdem will niemand draußen die Spiele sehen, wenn es kalt oder nass ist. Das 7:1 gegen Brasilien war ein Fußballfest, aber es hat hier geregnet und wir hatten beim Public Viewing im Sportpark Rheinkamp kaum Besucher.

Und Glühweinduschen sind noch unangenehmer als Bierduschen. Welche Alternative gibt es zu Open Air?

Man kann durchaus in die Halle gehen. Ich war beim Public Viewing in den Hallen verschiedener Städte. Da war die Stimmung auch gut. Für Moers käme der Sportpark Rheinkamp in Frage. Und die PM-Sportsbar gibt es auch.

Aber das Public Viewing bei sportlichen Großereignissen verbindet man eher mit T-Shirt, Tröte, Grill und Sonne – mit dem Sommermärchen eben.

Ja, insofern ist es schade – übrigens trifft die Fifa-Entscheidung leider auch die vielen schönen privaten Fußball-Gartenpartys, bei denen sich Freunde und Nachbarn treffen, den Grill anschmeißen und die Spiele gemeinsam verfolgen. Aber ich bin nicht sicher, ob das letzte Wort in Sachen Terminierung der WM schon gesprochen ist. Schau’n mer mal.