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Integration

Beim IKM in Moers lernen Flüchtlinge Deutsch

16.01.2016 | 11:00 Uhr
Beim IKM in Moers lernen Flüchtlinge Deutsch
Deutschunterricht für Flüchtlinge beim Internationalen Kulturkreis Moers im Stadtteil Meerbeck.Foto: Diana Roos

Moers.   Im Internationalen Kulturkreis Moers gibt es Deutschunterricht für Flüchtlinge. Viele Mitglieder wissen, wie schleppend die Integration bei ihnen verlaufen ist.

Beim Internationalen Kulturkreis Moers (IKM) können Flüchtlinge jetzt Deutsch lernen. „Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Ejaz Malik. Viele IKM-Mitglieder können gut nachvollziehen, wie es jetzt in den Flüchtlingen aussieht, weil sie selbst einmal völlig neu in Deutschland angefangen haben.

Die gleichen Probleme

„Die Flüchtlinge, die jetzt zu uns kommen, haben die gleichen Probleme und Bedürfnisse wie wir damals“, sagt Cemil Mayadali (70), der Vorsitzende des IKM. Damals, das ist im Fall von Mayadali das Jahr 1971. Aus Izmir kam Mayadali nach Moers. Arbeit hat er schnell gefunden. Bei Siemens in Mülheim hat er als Maschinenbauingenieur gearbeitet.

Anfang der 1970er Jahre: Das ist die Zeit der Gastarbeiter, ein Begriff der aus heutiger Sicht präzise beschreibt, um was es damals ging. Gefragt war nur die Arbeitskraft, um gesellschaftliche Teilhabe ging es nicht. Den Fehler bei der Inte-gration hat man in Deutschland erst spät bemerkt, von Parallelgesellschaften ist die Rede.

„Was man bei uns versäumt hat, möchten wir jetzt für die Flüchtlinge tun“, sagt Emine Yilmaz vom IKM. In einem Punkt sieht Mayadali allerdings einen großen Unterschied zwischen den Gastarbeitern der 1960er und 1970er Jahre und den Flüchtlingen: „Uns hat man gebeten, ins Land zu kommen, die Menschen heute wurden aus ihren Heimatländern vertrieben.“

Die Vertreibung, die Flucht macht sich auch manchmal im Unterricht bemerkbar. Dann sind die Mitglieder des IKM für Gespräche da, etwa, wenn es um die Familie geht, die in der Heimat des Flüchtlings bleiben musste.

Seit dem 30. Dezember unterrichtet Abdullah Tatli 30 Flüchtlinge zwischen 20 und 47 Jahren aus Syrien, Iran, dem Irak und Eritrea beim IKM an der Kirschenallee in Meerbeck. Tatli ist Lehrer für Türkisch und Islamische Religion an der Justus von Liebig-Schule.

Motivation hoch

Die Motivation im Kurs ist hoch, wie Tatli sagt, aber die Voraussetzungen seien äußerst unterschiedlich, es gibt auch Analphabeten. Viermal die Woche, jeweils von 17 bis 20 Uhr, wird jetzt Deutsch gepaukt. Bis Mitte Mai geht der Kurs, die Nachfrage aus den Asylunterkünften der Stadt ist so groß, dass der aktuelle Kurs vielleicht schon bald geteilt werden muss. Auf jeden Fall soll der Einstiegskurs fortgesetzt werden. Das Geld kommt von der Arbeitsagentur Düsseldorf.

IKM-Beisitzer Özgür Ucak berichtet, dass der IKM zusätzlich in die Verfahrensberatung für Flüchtlinge in Kerken einsteigen wird.

Matthias Alfringhaus

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