Baustelle für Nachwuchs-Handwerker in Neukirchen-Vluyn

Ran ans Werk - von links: Jule Kramps, Julius Strohschein,  Arne Hüsch, Nick Schneiders, Leon Schneiders und Arne Schneiders. Im Hintergrund beaufsichtigt Jörg Pispisa, was geschieht.
Ran ans Werk - von links: Jule Kramps, Julius Strohschein, Arne Hüsch, Nick Schneiders, Leon Schneiders und Arne Schneiders. Im Hintergrund beaufsichtigt Jörg Pispisa, was geschieht.
Foto: Volker Herold
Was wir bereits wissen
  • Neun Kinder entwickeln am Jugendzentrum Klingerhuf Ideen für neue Möbel
  • Die Aktion gehört zu einemKooperationsprojekt der Stadt und des Erziehungsvereins
  • Sitzgelegenheiten sollen für den Neukirchener Dorfkern entstehen

Neukirchen-Vluyn..  Unter dem weißen Pavillon wird geschliffen und gehämmert. Zangen, Schraubenzieher, Säge, Mund- und Ohrenschutz liegen bereit – halt alles, was bei einer Baustelle dazugehört. „Können wir jetzt anfangen zu malen?“, fragt Maxi (10) erwartungsvoll. Doch bevor es an Pinsel und Farbeimer geht, ziehen sich die Kinder alte Kittel über und Handschuhe an. Erst dann erhalten die farblosen Holzstühle einen bunten Anstrich. Bereits zum dritten Mal findet am Klingerhuf die Ferienaktion Baukunst statt.

Auf zwei Gruppen verteilt

„Wir wollen aus alten Möbeln, die nur noch auf dem Sperrmüll landen, Sachen entstehen lassen, die nachhaltig sind“, erklärt Landschaftsarchitekt Markus Schlothmann. Gemeinsam mit Jörg Pispisa, der die Arbeiten als Film dokumentiert, veranstaltet er die Aktion. Neun Kinder kamen zum Auftakt am ersten Tag, auf zwei Gruppen haben sie sich verteilt – so sollen in drei Tagen ein „Stadtsofa“ und eine Baustellenbank entstehen, die demnächst als Sitzgelegenheiten für den Neukirchener Dorfkern dienen können. Denn auch dort herrscht aktuell Baustellenatmosphäre.

„Etwas Kreatives wollten wir veranstalten“, berichtet Jennifer Witt vom Jugendzentrum Klingerhuf und verweist auf übrig gebliebene Stühle und ein Sofagestell. So soll das Dorf Neukirchen neue Farbtupfer erhalten. „Für die Kinder ist es schön, wenn sie dort entlang laufen und ihre selbst hergestellten Möbel dort stehen sehen können.“ Die Aktion ist ein Kooperationsprojekt des Erziehungsvereins und dem Kulturamt der Stadt Neukirchen-Vluyn.

Die grundlegenden Materialien und Vorhaben stellen Markus Schlothmann und Jörg Pispisa zur Verfügung. „Aber die Ideen kommen oft auch von den Kindern“, erzählt Schlothmann.

Leon (10) nimmt zusammen mit seinen zwei Brüdern teil. Bei ihren Großeltern haben sie schon einmal an einem Baumhaus mitgebaut. Nun haben sie sich entschieden, beim Stadtsofa mitzumachen: „Wir hatten die Idee, das untere Teil des Sofas auszubauen“, erzählt er.

„Ich dacht erst, es würden sich nur Jungs anmelden“, erzählt Kim (9). Doch kurzfristig hat sie mit Jule (9) noch weibliche Verstärkung bekommen. „Man lernt auch viel Neues.“ Die beiden Mädchen haben die Stühle mit angemalt – mit roter Farbe, das ist nicht zu übersehen. Kims Schuhe haben ein paar Spritzer abbekommen – auch das gehört auf einer Baustelle dazu.