Baum-Kunst im Dreieck Kamp-Lintfort

Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Im Kulturhauptstadtjahr wurde die A 42 zwischen Kamp-Lintfort und Castrop-Rauxel zur „Parkautobahn“ mit 1000 „Leitbäumen“ in 500 Metern Abstand.

Kamp-Lintfort..  Mitten im Kreuz Kamp-Lintfort stehen diese roten Stäbe in der Gegend. Was soll das?, fragte sich ein Leser. Gut, Ruhr 2010 ist ja auch schon ein bisschen her. Da könnte es noch mehr Menschen geben, die sich das fragen.

Im Zuge des Kulturhauptstadtjahres wurde die Autobahn 42 zwischen Kamp-Lintfort und Castrop-Rauxel zur „Parkautobahn“. Es wurden 1000 „Leitbäume“ links und rechts im 500-Meter-Abstand gepflanzt. Die dazu gehörenden roten Steelen halten die Taktung auch dort entlang der Autobahn aufrecht, wo Bauten oder Lärmschutzwände stehen. Kaum zu übersehen sind Anfang und Ende der Parkautobahn: An diesen „Einfahrten“ entstanden regelrechte Haine aus Urweltmammutbäumen, gepaart mit ebenso vielen roten Pfählen, die auf die noch unscheinbaren Baby-Mammuts aufmerksam machen sollten. So wie im Kreuz Kamp-Lintfort eben und in Castrop-Rauxel.

Schwund gibt es immer wieder

Auf der Website von Straßen.NRW hatten die Besucher abgestimmt, welche Baumart dort gepflanzt werden soll. Der Mammutbaum machte seinerzeit mit weitem Abstand das Rennen. Die Bäume und die roten Pfosten sollten, so heißt es bei Straßen.NRW, der Autofahrt einen Rhythmus geben.

Der Rhythmus allerdings ist ins Rumpeln geraten. Es gibt im Internet tatsächlich Foren für Freaks, die weit reisen, um Mammutbäume in jedem Zustand zu fotografieren, unter anderem auch zur A 42. Dort klagten die Baum-Zähler schon ein Jahr später: „Etwa die Hälfte scheint es hinter sich zuhaben.“ Mancher rote Pfosten steht einsam und verlassen. Offiziell bestätigte damals Straßen.NRW zehn Prozent Schwund bei den Bäumen, die theoretisch 400 Jahre alt werden können.

Aktuell stehen im Kreuz Kamp-Lintfort nach Aussage der Projektbetreuerin bei Straßen.NRW, Regionalniederlassung Ruhr, Petra Ramann, etwa 120 Mammutbäume, von denen in der letzten Pflanzsaison 40 ersetzt werden mussten, also ein Drittel. Warum die Bäumchen am Kreuz so anfällig sind, kann sie nicht genau erklären. „Wir hatten Mäusebefall, der Sturm Ela hat natürlich einige umgehauen und da stehen manche der Bäume in den Böschungen. Das ist immer schwierig“, sagt die Landschaftsarchitektin und: „Da steckt man nicht drin.“ Vielleicht seien auch die Bodenverhältnisse nicht optimal oder die Wässerungen. Im „Ohrenpark“ in Castrop-Rauxel stünden die Urweltmammutbäume dagegen gut.

Die vierzig neuen Bäumchen jedenfalls nehmen jetzt einen neuen Anlauf, um nachhaltig ans Kulturhauptstadtjahr zu erinnern.