Bauland mit Parkblick

Was wir bereits wissen
Die Moerser Stadtplaner legen jetzt Entwürfe für die Umgestaltung der ehemaligen Grafschafter Kampfbahn vor. Bevorzugte Variante: 21 Grundstücke in bester Lage

Moers..  Seit zwei Jahren wird auf der Grafschafter Kampfbahn kein Sport mehr getrieben. Jetzt nimmt die Vermarktung der 8,5 Hektar großen Fläche als Bauland für Einfamilienhäuser langsam Konturen an. Obwohl noch kein Stein bewegt ist und die Grundstücke so teuer wie sonst nirgends in der Stadt sein sollen, registriert man im Rathaus schon rege Nachfrage.

„Wir haben die ersten Entwürfe für das Gelände fertig“, erklärt Martin Dabrock, der Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Umwelt. Am 1. Juni wird sie der Politik vorgestellt (siehe Box). Ziele aller Planungen sind die Schaffung eines hochwertigen Wohnbereiches auf dem Sportgelände, die Weiterentwicklung des Freizeitparks und der Erhalt des Platanenplatzes.

Zwei Vorschläge haben Dabrock und sein Team entworfen. Beiden ist gemeinsam, dass ungefähr zwei Drittel der Sportanlage – im Wesentlichen der ehemalige GSV-Platz – für Wohnbebauung und die dazu notwendigen Verkehrsflächen vorgesehen sind. Der Rest soll dem Freizeitpark zugeschlagen werden. Die Lineg will hier den Moersbach renaturieren.

In der von Dabrock favorisierten Variante entstehen zwischen der Dr.-Hermann-Boschheidgen-Straße und dem erweiterten Park zwei Reihen von Einfamilienhäusern. „Das sind 21 Grundstücke, jedes zwischen 650 und 750 Quadratmeter groß“, erklärt Dabrock. In diesem Fall könnte die Stadt insgesamt 14 200 Quadratmeter Baugrund verkaufen.

Beim Alternativentwurf wird die dem Park zugeschlagene Fläche geringfügig kleiner, so dass Platz für drei Einfamilienhausreihen entsteht: „Wir bekommen dann 23 Baugrundstücke und fast 15 000 Quadratmeter Bauland“, erläutert der Planungsexperte, aber: „Die Verdichtung wäre spürbar, die Grundstücke werden kleiner. Ich glaube, wer hier ein Grundstück kauft, möchte Platz haben.“

Der Bereich gehört jetzt schon zu den bevorzugten Wohnlagen in Moers, er ist ruhig, hat Anschluss an den Freizeitpark und Schlosspark sowie Innenstadt in der Nähe – klar handelt es sich um das sprichwörtliche „Filetgrundstück“ für Häuslebauer. Dazu kommen die niedrigen Zinsen für Baukredite. Die Stadt will deshalb einen Quadratmeterpreis von 450 Euro aufrufen – der mit Abstand höchtste Preis für Wohnbauland in Moers. Dennoch gibt es „ständig Anfragen“, weiß Martin Dabrock. Im Rathaus wird eine Liste mit Interessenten geführt. Sollte der Preis tatsächlich am Markt durchsetzbar sein, könnte die Stadt sechs bis sieben Millionen Euro einnehmen. Auf der Ausgabenseite stehen freilich Kosten für Rückbau und Entsorgung der alten Anlage sowie die Schaffung der Infrastruktur.

Dabrock geht davon aus, dass der Bebauungsplan Anfang 2016 ausgelegt werden und er Mitte 2016 rechtskräftig werden kann. Die neuen Bewohner sollten demnach 2017 mit dem Bau ihrer Häuser beginnen können.