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Bangen um das Programm "Jedem Kind ein Instrument"

20.02.2010 | 06:00 Uhr

Moers. Die Pläne zur Haushaltskonsolidierung haben auch dem Leiter der Moerser Musikschule schon einige schlaflose Nächte bereitet: „Wir dürfen uns alle nicht wehren. Das sehe ich ein. Andererseits muss man berücksichtigen, was die Stadt an dieser Einrichtung hat”, sagt Georg Kresimon.

Er meint damit das hohe Niveau und die vielen Schüler, die die MMS erreicht (2 000 Kinder im Kernbereich, 1 300 durch Jeki, das vom Land mit 80 Prozent geförderte Programm „Jedem Kind ein Instrument”).

So durchforstet Kresimon derzeit seinen Haushalt, der 1,4 Millionen Euro umfasst – und in dem, seit die Musikschule zu den eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen gehört, auch Personal- und Sachkosten enthalten sind. Nach der letzten großen Sparaktion in 2004 soll er nun bei eingefrorenem Zuschuss von Jahr zu Jahr 2,5 Prozent mehr einsparen. Ziel: bis 2013 zum Beispiel insgesamt zehn Prozent weniger.

Und da sieht der Musikschulleiter schwarz. „Vielleicht kriegen wir das hin, 2,5 Prozent in 2010 zu sparen, vielleicht biegen wir es auch noch bis 2011. Aber dann ist Schluss.” Das wäre das Ende von „Jeki”, das Programm, das er persönlich für sehr wichtig hält. „Damit erreichen wir so viele Kinder, die sonst niemals Kontakt zur Musik bekommen hätten. Das dranzugeben, wäre sehr schmerzhaft.” Schon in diesem Jahr gingen zwei Schulen weniger als gewünscht mit Jeki an den Start.

Einnahmen aus dem Schulgeld fehlen

Auch gibt er zu bedenken, dass Sparmaßnahmen, die die Stellenplanung angreifen, dazu führen, dass die Einnahmen aus dem Schulgeld fehlen. Er müsse also gleich doppelt sparen. Das Schulgeld außerplanmäßig zu erhöhen (damit sich plötzliche Überraschungen in Grenzen halten, wird alle zwei Jahre um vier oder fünf Prozent erhöht) widerspräche dem Ziel der Einrichtung Musikschule: „Wir wollen nicht nur für die Eliten da sein.”

Ähnlich sieht er die Lage bei den städtischen Konzerten: „Derzeit gibt es 10 bis 12 Konzerte pro Jahr mit einer Auslastung von 80 Prozent.” Der Sparauftrag laute im Prinzip, jedes Jahr ein Konzert weniger. „Ab fünf Konzerten macht diese Reihe überhaupt keinen Sinn mehr.” Es gehe der Musikschule ähnlich wie dem Schlosstheater: Irgendwann sei man dann „kaputt gespart”.

Karen Kliem

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Kommentare
20.02.2010
12:51
Bangen um das Programm Jedem Kind ein Instrument
von Peter Vater | #1

In Duisburg spricht man über eine Privatisierung der Musikschule. Es geht hier in allen Städten um Strukturveränderungen. Nicht kostendeckende Veranstaltungen müssen überprüft und gegebenenfalls die Eintrittspreise der Konzerte überprüft werden.

Die städtische Musikschule steht in Wettbewerb mit privaten Musikschulen.

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