Bald gibt es flächendeckendes WLAN in der Moerser Innenstadt

In der Moerser Innenstadt soll es bald flächendeckend WLAN geben.
In der Moerser Innenstadt soll es bald flächendeckend WLAN geben.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
David Krystof und Marvin Schulte sind an der Entwicklung nicht ganz unbeteiligt. Viele Geschäfte sind schon mit einem Drahtlos-Netzwerk ausgestattet.

Moers.. Die Moerser Innenstadt wird bald flächendeckend mit WLAN ausgestattet sein. Wer möchte, kann sich dann beim Einkaufsbummel über sein Handy zum Beispiel aktuelle Informationen aus dem Internet holen. David Krystof (20) und Marvin Schulte (21) sind an der rasanten Entwicklung nicht ganz unbeteiligt.

Na gut, das mit dem Handy und dem Internet funktioniert ja jetzt auch schon in der Innenstadt. Nutzer sind bisher aber von der Leistungsfähigkeit ihres Mobilfunkanbieters abhängig. Konkret: Nicht überall ist der Empfang gleich gut und vielleicht gibt es hier und dort auch Stellen, an denen sich die Internetseiten quälend langsam aufbauen. Damit ist jetzt bald Schluss: mit Hilfe von gängiger Technik legt sich drahtloses, kostenlos zugängliches Netzwerk über die Innenstadt.

Funklöcher Für manche mag das wie Zauberei klingen, für Marvin Schulte ist es Physik. Seit 2013 macht der gebürtige Delmenhorster (Niedersachsen) am Berufskolleg für Technik eine Ausbildung zum informationstechnischen Assistenten. Im März hat er einen Programmierer-Treff in Arnsberg besucht. Dort, im Sauerland, funktioniert das schon ziemlich gut mit dem drahtlosen Netzwerk in der Innenstadt. „Das könnte doch auch in Moers klappen“, denkt sich Marvin. Zahlreiche Geschäfte in Moers hat er schon mit einem lokalen Drahtlos-Netzwerk ausgestattet.

Eine Art Bürgerinitiative

Die gleiche Idee hat auch David Krystof aus Goch. Im Kreis Kleve hat er schon maßgeblich zum Aufbau eines Freifunk-Netzes beigetragen. Das mit dem freien Zugang zum Internet ist bei ihm nicht nur eine Sache von Bits und Bytes. David Krystof studiert E-Government an der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort. Beim Studium spielt Wissen, das im Internet zur Verfügung steht, eine zentrale Rolle. „Freifunk ist für mich so etwas wie ein Grundrecht“, findet der Grünen-Abgeordnete des Kreistags Kleve. Vor diesem Hintergrund stufen die Beiden das Projekt auch als Bürgerinitiative ein.

Marvin Schulte und David Krystof treffen sich Ende März beim Hack-Day in Moers, einem neuen Angebot der Stadt für Programmierer. Claus Arndt, der sich bei der Stadtverwaltung ums Internet kümmert, erkennt das Potenzial, das hinter der gemeinsamen Idee der Beiden steckt. Die Idee ist so simpel wie effektiv: viele Sender, Router genannt, an verschiedenen Orten in der Innenstadt ergeben ein Netzwerk und schon klappt das mit dem problemlosen Internet-Zugang. Im März hatte Marvin schon die Initiative ergriffen und einige Lokalitäten in der Innenstadt von dem Projekt überzeugt und dort die ersten Router installiert – zum Selbstkostenpreis der Aufsteller.

Sponsoren für Router

Schon Anfang April kommt aus dem Rathaus grünes Licht für die Unterstützung für das Projekt. Für die Grundausstattung mit Routern gibt es Sponsoren wie zum Beispiel die Stadt, Enni oder die Volksbank.

Die bestellten Router sind geliefert worden, jetzt machen sich Marvin und David an die Arbeit. Die Router sollen in Gebäuden in der Innenstadt aufgehängt werden. Eine Steckdose muss in der Nähe sein. David Krystof: „Die Stromkosten liegen bei fünf bis sieben Euro pro Jahr.“

Geld bekommen die Beiden nicht für ihr Projekt, die Moerser Innenstadt mit kostenlosem Zugang zum Internet auszustatten. Die Erfahrung, öffentlichen Raum in einer Großstadt mit WLAN versorgt zu haben, dürfte sich aber bei späteren Bewerbungen positiv auswirken. Welcher Personalchef lässt schon gern freiwillig Pioniere links liegen?