Aufklärung statt Konfrontation
13.06.2012 | 19:40 Uhr 2012-06-13T19:40:00+0200
Moers. Anti-Jagd-Training für Hunde - vom Experten. Ordnungsamt und Nabu unterstützen die Aktion.
Wald und Feld sind nicht nur Lebensraum für das heimische Wild, sondern auch ein Erholungsraum für die Menschen. Zu denen, die auf Spaziergängen die Natur genießen, gehören auch die zahlreichen Hundebesitzer – die ihre Tiere allerdings oft genug von der Leine und unkontrolliert laufen lassen. Was für so manches Stück Wild tödlich endet.
Horst Heuken ist Jagdaufseher auf Schloss Lauersfort: „Es war noch dämmrig, und ich beobachtete einige Rehe. Plötzlich tauchte ein Hund – eine Art Schäferhund – auf und hetzte das Wild.“ Das weibliche Stück Rehwild, die Ricke, brach sich die Vorderläufe und wurde vom Hund gebissen. „Ich musste der Ricke den Fangschuss geben, sonst wäre sie kläglich verendet.“ Es war nicht das erste Mal, dass der langjährige Jagdaufseher ein Stück Wild erlösen muss, und es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein. Immerhin wurde in dem geschilderten Fall, der sich im Lauersforter Wald zutrug, das Reh nicht auf die Straße gehetzt, was zu schweren Unfällen führen kann.
Mit dem Wohnwagen vor die Supermärkte
Horst Heuken und seine Jagdhelferin Gerda Kahler bieten zwar schon seit einiger Zeit ein Anti-Jagd-Training für Hunde an, wollen nun aber verstärkt an die Öffentlichkeit gehen. Mit dem Wohnwagen stehen sie vor großen Supermärkten und Tierbedarfshandlungen und werben um Verständnis für das Wild und seine Bedürfnisse.
Rund 150 Hunde und ihre Besitzer hat das Team Kahler und Heuken rund um Schloss Lauersfort in der Vergangenheit geschult – mit gutem Erfolg: Die Zahl der verendeten Wildtiere ging merklich zurück. Doch das Problem stellt sich nicht nur im Lauersforter Wald, sondern überall im Stadtgebiet, auch in öffentlichen Grünanlagen.
Das Moerser Ordnungsamt ist von der Notwendigkeit des Anti-Jagd-Trainings überzeugt und unterstützt daher das Projekt ebenso wie die örtlichen Vertreter des Natureschutzbundes (Nabu). Auch Tim Schulz, Vorsitzender des Moerser Hegerings, steht hinter der Strategie „Aufklärung statt Konfrontation“. Nur wer Verständnis für die Natur und das Wild besitze, könne sich auch in Feld und Flur richtig verhalten.
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