Auf zur Rindersafari - auf dem Biolandhof
14.09.2011 | 19:12 Uhr 2011-09-14T19:12:00+0200
Kamp-Lintfort.Am Samstag kann jeder in fast hautnahen Kontakt mit den Tieren treten. Der Begriff „Rindersafari“ hat seine Berechtigung, denn es geht auf offenen Hängern mitten unter die Herden.
Auf dem Biolandhof Frohnenbruch, einem ehemaligen Rittersitz an der Schlossallee bei Hoerstgen, ist alles ein bisschen anders. Bärbel und Klaus Bird wollten eigentlich zu einem Tag der offenen Tür einladen – aber wie sollte das gehen? Ohne Tür? 200 Rinder leben völlig frei auf den Weiden und kalben dort. Nur im Winter sind sie im Stall, und der hat zwar ein Dach, aber keine Wände. Daher lädt das Ehepaar nun ein zur „Rindersafari“. Auf einem Hänger geht es auf die Weide mitten unter die Rindviecher.
Die Familie Bird bewirtschaften das Gut rund um die ehemalige Wasserburg bereits seit 1846; das älteste Gebäude des heutigen Frohnenbruch-Hofes stammt aus dem Jahr 1622. Vor knapp zehn Jahren, im Winter 2001/2002, stellte die Familie auf ökologischen Landbau um.
Seither gilt: kein mineralischer Dünger, kein chemischer Pflanzenschutz. Die Limousin-Rinder leben frei auf den Weiden, kalben in der Regel ohne menschliche Hilfe, die Kälber werden von den Muttertieren gesäugt.
Wird zusätzlich gefüttert, so stammt das Futter von den eigenen Flächen. „Die Nützlinge wie Marienkäfer beseitigen bei uns beispielsweise den Läusebefall an den Ackerbohnen“, erklärt Landwirt Klaus Bird. Auf seinem Land hat er Blühstreifen angelegt: „Die brauchen wir für die Wildbienen, die sonst verhungern.“
Die Eier sind hier wirklich „bio“
Auf dem Biolandhof Frohnenbruch, Demonstrationsbetrieb für ökologischen Landbau, wird guter Ertrag erwirtschaftet: „Es ist kein großer Unterschied zur konventionellen Landwirtschaft.“ Das gilt auch für die Geflügelhaltung: Das Hühnervolk scharrt und pickt sich sein Futter zusammen, während die Hähne wachen und für Ordnung sorgen. Die Eier, die die Tiere dann im mobilen Hühnerstall legen, sind wirklich „bio“. Was auch für das Fleisch der Rinder gilt, das im eigenen Hofladen verkauft wird. Bärbel Bird ist zudem gelernte Metzgermeisterin und verarbeitet das Fleisch selbst. So könne man besser auf Kundenwünsche eingehen, sagt sie.
Rindersafari am Samstag, 17. September um 16 Uhr: Stallbesichtigung, Fahrt mit dem Anhänger auf Strohballen durch Rinderherden, Feldbegehung, Besichtigung der Hühnermobile, dann Grillen.
Der Hofladen hat geöffnet freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr.
Infos über den Hof und das Angebot im Hofladen unter www.frohnenbruch.de.
Am Samstag kann jeder in fast hautnahen Kontakt mit den Tieren treten. Der Begriff „Rindersafari“ hat seine Berechtigung, denn es geht auf offenen Hängern mitten unter die Herden. Für Klaus Bird der Alltag – zwei Mal am Tag ist er auf den Weiden und kontrolliert das Vieh. Zur Landwirtschaft gedrängt wurde er nicht. „Im 10. Schuljahr dachte ich: Die Ausbildung machst du auf jeden Fall.“
Aus der Ausbildung wurde schließlich Beruf und Berufung. „NRW ist der größte Verbrauchermarkt, hat aber die wenigsten ökologischen Landbaubetriebe“, erklärt er. Seine Kinder sind die achte Generation auf dem alten Gut – und vielleicht die zweite auf dem Biolandhof.
Mehr Fotos gibt’s auf DerWesten.de/Moers.
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