Auf gute Nachbarschaft in Neukirchen-Vluyn

Auch das gab es beim  3. Nachbarschaftstag: Mitbring-Brunch auf der Hochstraße.
Auch das gab es beim 3. Nachbarschaftstag: Mitbring-Brunch auf der Hochstraße.
Foto: Christoph Karl Banski

Neukirchen-Vluyn..  Das Strick-Tipi an der Hochstraße ist farbenfroh, groß und schon von Weitem sichtbar. Es besteht aus über 1200 Teilen, 400 Wollknäuel wurden aneinander befestigt. „Es steht für Nachbarschaft. Jeder bunte Teil des Tipis symbolisiert die unterschiedlichen Teile unserer Gesellschaft“, erklärt Thomas Stralka, zweiter Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Neukirchen, die generations- und nationenübergreifende Aktion.

„Neben drei Schulklassen hat beispielsweise auch die türkische Gemeinde mitgestrickt.“ Zum dritten Nachbarschaftstag in Neukirchen-Vluyn waren die Mitglieder der Strickgruppe „Dorfmasche“ auf der Suche nach einem neuen Projekt für das Dorf Neukirchen und stießen so auf die Idee des Strick-Tipis.

Künstlerin engagiert

„Die Künstlerin Ute Lennertz-Lembeck gestaltet auf der ganzen Welt solche Kunstwerke“, erzählt Ulrike Reichelt, Schulkulturbeauftragte der Stadt. „Wir haben sie engagiert und seit Februar mit vielen tatkräftigen Händen daran gearbeitet.“ Nächstes großes Ziel: Alle Tipis, die derzeit überall auf der Welt verstreut stehen, sollen einmal an einen Platz gebracht werden. „Und welcher Ort würde sich da besser eignen als Neukirchen-Vluyn?“, meint Reichelt.

Sie hofft, die Kunstwerke im Sommer 2017 zum Beispiel auf der Halde ausstellen zu können. Am Samstag konnten die Besucher aber nicht nur das große Indianerzelt bewundern, sondern auch beim Mitbring-Brunch auf der Hochstraße vorbeischauen, wo sich die Nachbarn an langen Tischen zum Essen und Unterhalten niedergelassen hatten. „Jeder hat etwas mitgebracht“, so Thomas Stralka. „Das stärkt den Bereich Nachbarschaft und sorgt für ein tolles Gemeinschaftsgefühl.“

Auch an anderen Plätzen war am Samstag viel los. Im Awo-Willy-Könen-Seniorenzentrum am Fürmannsheck wartete mittags ein reichhaltiges Buffet auf die Besucher. Das Besondere daran: Alle Gäste waren gebeten worden, sich aktiv zu beteiligen und ihre selbst gemachten Lieblingsspeisen und –getränke, und die dazugehörigen Rezepte mitzubringen. „Diese werden dann fotografiert, weil die Awo sie für das erste internationale Nachbarschaftskochbuch verwenden will“, berichtete Simon Aarse, Vorsitzender der Awo Neukirchen-Vluyn.

Keine Wanderung

„Im letzten Jahr haben wir eine Wanderung gemacht, die aber gerade die vielen älteren Gäste ziemlich geschlaucht hat“, so Aarse. „Deswegen wollten wir es dieses Jahr zentral halten.“ Am Nachbarschaftstag im Barbaraviertel beteiligten sich neben dem AWO-Seniorenzentrum und dem Ortsverein auch die freie evangelische Gemeinde, das Jugendzentrum Klingerhuf, die Türkisch-Islamische Gemeinde und die katholische Kirchengemeinde St. Quirinus.