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Integration

Auch in Lintfort gibt's noch viel zu tun

03.10.2009 | 13:24 Uhr

Kamp-Lintfort. Dass die Bürger mit und ohne Migrationshintergrund gar nicht so weit auseinander sind, wenn es um die Bewertung des Zusammenlebens in Kamp-Lintfort geht, das zeigte sich bei der ersten Integrationskonferenz.

Dazu eingeladen hatte die Lotsenstelle Zuwanderung des Sozialamtes im Hinblick auf das vom Rat gewünschte Integrationskonzept. Mit der Erarbeitung dieses Konzeptes ist das in Leverkusen ansässige Institut für interkulturelle Management- und Politikberatung (imap) befasst.

Zu wenig Kommunikation

Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt verdeutlichte, dass zehn Prozent der Einwohner von Kamp-Lintfort Menschen mit Migrationshintergrund sind, die aus 91 Staaten kommen. Als höchst bedenklich bewertete er die Tatsache, dass rund 40 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund das Schulziel nicht erreichen. Da müssten Instrumente gefunden werden, um die Situation zu verbessern, so Landscheidt.

In getrennten Gruppen ließ imap-Geschäftsführer Bülent Arslan Einheimische und ausländische Mitbürger urteilen, was in Sachen Integration gut läuft und was zu nicht zufriedenstellend ist. Positiv empfanden Einheimische beispielsweise, dass die Zusammenarbeit im Beruf einander näher bringe und das Interesse für fremde Kulturen wecke, sowie die zunehmende Zahl der Anmeldungen von Migranten am Gymnasium. Die Migrantengruppe begrüßte bessere Möglichkeiten zur Sprachförderung und dass die Ausländer kein zentrales Thema in den Wahlkämpfen waren. Zudem wurde festgestellt, dass die Lehrer netter geworden seien.

Andererseits bemängelten die Einheimischen abnehmende Sprachkompetenz, mangelnde Toleranz auf beiden Seiten und fehlenden Respekt gegenüber Frauen. Von Migranten wurden auf der Negativ-Seite fehlende berufliche Perspektiven und Probleme mit der doppelten Staatsbürgerschaft ins Feld geführt. Dass die Kommunikation miteinander noch zu wünschen übrig lässt, das war eine allgemeine Klage.

In den kommenden Monaten wollen drei Arbeitsgruppen, die sich in der Diyanet-Moschee, der Kreuzkirche und dem Alten Rathaus treffen, das Thema vertiefen und nach Möglichkeiten suchen, wie die Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben in Kamp-Lintfort verbessert werden kann. Ergebnisse sollen schließlich am 23. Januar im „Casino im Park” vorgestellt werden.

Ulrich Ernenputsch

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