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Prozess

Angeklagte müssen zittern

01.08.2012 | 06:00 Uhr
Angeklagte müssen zittern

Neukirchen-Vluyn.   In einem Prozess um erpresserischen Menschenraub wurden lange Haftstrafen gefordert

Eine bange Zeit des Wartens liegt nun vor den drei angeklagten jungen Männern aus Neukirchen-Vluyn. Die drei 20-, 21- und 23-Jährigen wurden wegen erpresserischen Menschenraubes, Raubes, gefährlicher Körperverletzung sowie Beihilfe zu erpresserischem Menschenraub angeklagt.

Folgendes trug sich nach Ansicht der Anklage am 10. Februar 2012 zu: Die beiden älteren Angeklagten brachten den Geschädigten in Neukirchen-Vluyn in einen von dem 20-Jährigen gesteuerten PKW. In dem Wagen misshandelten sie ihr Opfer mit Faustschlägen, würgten es und hielten eine brennende Zigarette an dessen Stirn. Während der Fahrt forderten die Täter das Opfer auf, 900 Euro zu bezahlen, die der Geschädigte aus dem illegalen Verkauf von Marihuana für einen der Angeklagten verdienen und an diesen auszahlen sollte. In den Niederlanden ließen die Angeklagten ihr Opfer schließlich in einem Wald zurück, nachdem sie ihm 50 Euro, ein Mobiltelefon und die Schuhe weggenommen hatten. Nach der Tat musste sich das Opfer in ärztliche Behandlung begeben. Noch im Gericht war ihm die Angst anzumerken. Der Geschädigte sagte aus, nach wie vor unter Schlafstörungen zu leiden.

Fünfeinhalb Jahre für Rädelsführer

Die Staatsanwaltschaft forderte für den 21-Jährigen fünf Jahre und sechs Monate Haft, weil sie den jungen Mann für den Rädelsführer hielt, der die Tat geplant habe. Vier Jahre Haft forderte die Vertreterin der Anklage für den 23-Jährigen, den sie als Mitläufer ansah, der zudem durch extreme Alkoholisierung vermindert schuldfähig war. Für den 20-Jährigen solle das Jugendstrafrecht angewandt werden, das bedeutet, es wurden drei Wochen Dauerarrest, eine Betreuung für ein Jahr sowie eine Drogenberatung gefordert.

Eine Entscheidung fällte die große Jugendkammer unter Vorsitz von Richter Johannes Huismann jedoch nicht. Die drei Angeklagten müssen nun bis zum 9. August auf eine Entscheidung über ihre Zukunft warten, dann folgt die Urteilsverkündung.

Andrea Lorenzen-Maertin


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