Andere Wege gehen
09.02.2012 | 17:04 Uhr 2012-02-09T17:04:00+0100
Kamp-Lintfort.Weil die Stadt kein Geld hat, stemmt die Ebertschule den Mensa-Neubau mit eigenen Mitteln. 125 000 Euro angespart.
„Es ist normal, anders zu sein“, lautet das Motto der Ebertschule. Anders als andere geht die integrative Grundschule aber auch Probleme an: Nachdem die Stadt den dringend notwendigen Erweiterungsbau der Mensa für die offene Ganztagsschule nicht finanzieren konnte, nahmen Lehrer und Eltern vor drei Jahren die Sache selbst in die Hand.
Aus ersparten Rücklagen des Fördervereins, Eigenleistung der Eltern und Lehrer finanziert die Schule den Anbau selbst.
Einkauf in Eigenregie
Zur Deckung einer Finanzierungslücke sprang nun auch noch die Sparkassenstiftung „Kinder und Jugend in Kamp-Lintfort“ der Sparkasse Duisburg/Kamp-Lintfort ein. Gestern überbrachte der Vorstand den Scheck über 15 000 Euro und zeigte sich begeistert ob des großen Engagements: „Es ist umwerfend, wie sich Eltern und Lehrer hier einbringen“, lobte Vorstandschef Hans-Werner Tomalak die Eigeninitiative.
Nach den Osterferien, so hofft Schulleiterin Angelika Hülswitt, wird der Mensa-Anbau in Betrieb gehen können. Sie zeigte sich am Donnerstag stolz auf den Zusammenhalt in der Schule. „Die Kommune hatte kein Geld, da haben wir andere Wege gesucht.“ 125 000 Euro hatte der Förderverein mit der Schule angespart, zum Teil durch gut durchdachte Reduzierung des eigenen Budgets. So wurde etwa der Einkauf für den Mensabetrieb bewusst in Eigenregie geleistet - im Großhandel oder beim Discounter. Zahlreiche Eltern packten ebenfalls ohne Rechnung mit an, etwa beim Decken- und Fensterbau.
380 Kinder besuchen derzeit die Ebertschule, 185 sind im offenen Ganztag. Auch die Zahl der behinderten Kinder im Ganztag ist hoch: Von insgesamt 80 werden 52 auch am Nachmittag betreut. „Da muss man eben andere Wege gehen“, so Hülswitt.
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