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Amüsement à la 1728

09.09.2008 | 19:42 Uhr

FESTE. Zum ersten Mal steigt rund um Kloster Kamp ein großer Barockmarkt. Musici, fahrendes Volk und ein Rossballett sollen "die Sinne taumeln machen".

Gendarm und Amtmann, Wolfgang Struchtrup und Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt, laden das Volk zu Haufe auf den Abteiplatz ein.KARTENVERLOSUNG

KAMP-LINTFORT. Bonjour - Musici erklingt, fahrendes Volk amüsiert die Gaffer, beim Tanze erfreut die Üppigkeit der Damen, kleine Lakaien treten in einen Wettstreit, Rösser formieren sich zum anmutigen Ballett, und wenn das Licht niedergegangen steigt ein bescheidenes Feuerwerk in den Himmel. Das Fest, das alle zwei Jahr am Kloster Kamp gefeiert wird, macht am 20. und 21. September im Jahre des Herrn 2008 einen Zeitsprung. Bei der 10. Auflage geht es vom Mittelalter ins Spätbarock.

Mehr als 120 Mitwirkende

Zum ersten Mal präsentiert Kramer Zunft und Kurtzweyl, Spezialist für mittelalterliche Veranstaltungen, einen Barockmarkt. Wir schreiben das Jahr 1728. Ihro hochherrschaftliche Gnaden geruht, den Bürgern ein Divertissement à la mode de maison zukommen zu lassen. Französisch war die Mode-Sprache bei Hofe, und einen Eindruck von der Üppigkeit, mit der sich die Herrschaften umgaben, will das Fest ebenso vermitteln wie die Vergnügungen des einfachen Volkes, so Wolfgang Struchtrup. Er schlüpft in die Rolle des Gendarmen, der als Sprachrohr seiner Durchlaucht alle Wohltaten verkündet.

"Die Sinne taumeln machen" will das Fest mit mehr als 120 Mitwirkenden. "Weytora" spielt auf zu Menuett und Gavotte, auf dass das Volk tanze. "Mirandolina e Baptiste, das große kleine Welttheater" erzählt von des Herzens Verirrungen. Ein Höhepunkt soll das Rossballett der prächtigen Friesen werden. Hoffnungsvolle Sprösslinge können in der Schule der Lakaien Geschick beweisen beim Balancieren von Nachtgeschirr oder üben, wie man sich unterthänigst verbeugt. Puppenspielerin Griselda bietet ihre Dienste an, Kaufleute und Handwerksmeister führen Handel.

Im Barock war die Erde keine Scheibe mehr, Kaffee wurde nach türkischem Vorbild getrunken, und auch die Kartoffel hatte ihren Siegeszug angetreten. Entsprechend sind die Speisen, die zur Labnis angeboten werden.

Der Barockmarkt wird am Samstag, 21. September, um 11 Uhr eröffnet und geht bis 21 Uhr; am Sonntag, 22., entschwinden ihro hochherrschaftliche Gnaden um 18 Uhr.Erwachsene zahlen 4 Euro Eintritt, Kinder "unter Degenmaß" sind frank und frei. Die Redaktion verlost Eintrittskarten. Die ersten drei Anrufer, die heute um 9.30 Uhr unter Tel: 02841/92 13 91 durchkommen, erhalten jeweils zwei Eintrittskarten.

Busse pendeln von Kamp-Lintfort zum Kloster; wer mit dem Auto kommt, sollte auf der Wiese gegenüber Alemannia Kamp parken.

ANNE HORSTMEIER

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