Amprion investiert in Moers in den Schallschutz

Christian Nöldemann, Claas Hammes, Siegbert Gesang (v.l.) mit den Amprion-Umbauplänen im Umspannwerk Utfort.
Christian Nöldemann, Claas Hammes, Siegbert Gesang (v.l.) mit den Amprion-Umbauplänen im Umspannwerk Utfort.
Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Ab nächster Woche wird das Umspannwerk Utfort für zehn Millionen Euro modernisiert. Drei neue Schallschutzwände sollen Geräusche deutlich reduzieren.

Moers..  Für rund zehn Millionen Euro wird die Umspannanlage Utfort ab Anfang Juli modernisiert. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Schallschutz zu, wie der Umweltschutzbeauftragte des Betreibers Amprion, Siegbert Gesang, am Dienstag sagte.

Das Umspannwerk wurde nach Angaben von Gesang in den 60er Jahren gebaut und in den 70er Jahren erweitert. Die jetzt direkt angrenzende Wohnbebauung sei mit den Jahren durch Neubauten schrittweise an das Werk herangerückt. Bundesweit betreibt Amprion 160 solcher Anlagen, davon 100 in Nordrhein-Westfalen.

Strom für 200 000 Haushalte

Das Umspannwerk in Utfort gehöre zu den größeren Anlagen und könne Strom für rund 200 000 Haushalte liefern. Auf dem Gelände, das Amprion gehört, sind die Betreiber Westnetz und, mit einer kleinen Anlage, Enni vertreten. Die Anlage im Stadtteil Utfort werde ständig überwacht, die Leistungsdaten der Transformatoren würden in Rommerskirchen im Rheinland kontrolliert.

Im Zuge der Arbeiten, die ab dem 2. Juli beginnen, werde ein Transformator in der Nähe zur Liebrechtstraße abgebaut und an anderer Stelle, am westlichen Rand, durch einen neuen ersetzt. Christian Nöldemann, Projektleiter Energietechnik bei Amprion: „Der neue Generator ist leiser, das ist auch ein Beitrag zum Schallschutz.“

Drei Wände aus Fertigbeton

Zusätzlich werde auch dieser neue Transformator von drei Seiten mit einer Schallschutzwand aus Fertigbeton-Teilen umgeben. Zwei weitere solcher Wände würden, so Nöldemann, um zwei bestehende Transformatoren aufgestellt. Der Baustellenverkehr halte sich in Grenzen.

Siegbert Gesang: „Die Grenzwerte für Schallschutz werden jetzt schon eingehalten und durch die Maßnahmen deutlich verbessert. Insgesamt wird es eine deutliche Reduktion geben.“

Die Geräusche aus der Anlage liegen nach Angaben Gesangs nachts bei 35 Dezibel für den nördlichen Bereich und bei 40 Dezibel für den Bereich Liebrechtstraße, tagsüber lägen sie etwas höher.

Für die Bürgerinitiative „Moers unter Hochspannung“ sind die geplanten Schallschutz-Maßnahmen von Amprion nicht ausreichend. „Das Ziel bleibt: Das Umspannwerk muss weg“, sagte am Dienstag Adi Trumpa aus dem Vorstand der Initiative. Als Alternative zu einer Verlagerung sei nur denkbar, die Transformatoren komplett einzuhausen. Ebenso setzt sich die Initiative weiter für eine bürgerfreundliche Trasse zum Umspannwerk entlang der A 42 und der A 57 ein. Dem Hinweis von Amprion, die Lärmemissionen entsprächen bereits jetzt den Grenzwerten, widerspricht Trumpa: „Bei der Messung im Mai 2014 lagen die Geräusche in nördlicher Richtung bei 40 Dezibel. Man hat dann gesagt, man könne Nebengeräusche herausfiltern. Daran habe ich leichte Zweifel: Faktoren wie Windrichtung und Luftfeuchtigkeit spielen auch eine Rolle. Dazu wird im Winter Wärme über Ventilatoren abgeleitet, die auch Lärm verursachen.“