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Am Häuschen ein Gebet sprechen

10.02.2012 | 17:30 Uhr
Am Häuschen ein Gebet sprechen
Franz Reuter (r.) und Bruno Schrade. Foto: Volker Herold

Neukirchen-Vluyn.   Die St. Antonius-Gilde besteht zehn Jahre. Sie erbaute das Antonius-Heiligenhäuschen und das Vluyner Friedhofskreuz.

Dass Ehrenamtliche in einer Kirchengemeinde Gutes tun, ist nichts Neues. Doch die St. Antonius-Gilde in Vluyn ist etwas Ungewöhnliches. Sie gründete sich vor zehn Jahren und schob seither einige größere Projekte im Ort an. Wie den Bau des Heiligenhäuschens hinter der Kirche oder den Bau des Friedhofskreuzes in Vluyn.

„Auf einer Radtour sahen wir überall die schönen Heiligenhäuschen“, schildert Vorsitzender Franz Reuter. Und weil man damals gerade die neue Kirche St. Antonius eingeweiht hatte, sollte aus Dankbarkeit für den gelungenen Neubau ein Heiligenhäuschen erbaut werden. Damit folgte die Gilde einer alten niederrheinischen Tradition, nach der zum Dank beispielsweise Kriegsheimkehrer ein Heiligenhäuschen bauten.

„Für die Pflege und Unterhaltung des Antoniushäuschens haben wir im Januar 2002 die Gilde gegründet“, schildert Mitstreiter Bruno Schrade. 37 Mitglieder gab es beim Start, 54 sind es heute. Das Häuschen stand im Oktober 2002.

Auch Sitzbänke und Bäume gibt es

Was fehlte, war das Abbild des Schutzpatrons im Innern. Das kam 2003. Der Moerser Künstler Ivica Matijevic schuf es aus Bronze. Zu sehen sind auch die evangelische Dorfkirche und die Kirche St. Antonius am Nordring. „Damit wollen wir auch ein Zeichen für die ökumenischen Zusammenarbeit setzen“, so Reuter.

An der Tersteegenstraße gegenüber der Einmündung Antoniusstraße können Gläubige nun am Häuschen innehalten und ein Gebet sprechen. Auch Sitzbänke und Bäume gibt es. Viele freundliche Spender brachten die 14 000 Euro Kosten zusammen.

Ermutigt durch den Erfolg, suchte die Gilde sich ein weiteres Projekt, an dem sie arbeiten konnte. „Wir unterstützen ein Kinderdorf für Aidswaisen in Sambia, das von Dominikanerinnen geführt wird.“ 2005 wurde die erste Spende überwiesen. Viele Briefkontakte gibt es seither.

Nachdem vor Jahren auf dem Kommunalfriedhof in Neukirchen das große Kreuz am Hauptweg erneuert worden war, hatten Mitglieder der Gilde die Idee, auch auf dem Vluyner Friedhof ein großes Kreuz aufzustellen. „Auch hier haben wir mit der evangelischen Gemeinde zusammengearbeitet“, so Schrade. Gemeinsam brachten die evangelische Kirche, die Antonius-Gilde und viele andere Bürger die 17 000 Euro auf. Der Vluyner Friedhof hat seither ein Wahrzeichen, das vom Eingang aus zu sehen ist.

Rührig sind die Mitglieder der St. Antonius-Gilde auch sonst. Im Sommer starten Ausflüge oder Grillabende. So war die Gilde denn auch schon mit einem Planwagen unterwegs. Darüber hinaus informierte man sich in der Moschee in Duisburg-Marxloh.

Ideen zu mehreren neuen Gilden-Projekten existieren derzeit auch, nickt Franz Reuter vielsagend. Verraten will er noch nichts.

Klara Helmes

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