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Altes Modell: Rettung für die Kultur GmbH?

27.02.2016 | 06:00 Uhr
Altes Modell: Rettung für die Kultur GmbH?
Zu teuer für die Kultur GmbH: die Festivalhalle.Foto: Volker Herold

Moers.   Das Genossenschaftsmodell aus dem vergangenen Jahr kommt jetzt erneut auf den Tisch. Ein Ziel: Festivalhalle öfter vermieten

Nachdem am Donnerstag bekannt wurde, dass eine Insolvenz der Moers Kultur GmbH zurzeit nicht auszuschließen ist, gibt es viele Bemühungen, die Gesellschaft und damit auch das Moers Festival zu retten. Auf die Tagesordnung könnte auch ein Vorschlag kommen, den Dirk Hohensträter bereits Mitte 2015 gemacht hat: ein Genossenschaftsmodell.

Kultur GmbH als Partner

Dirk Hohensträter, Geschäftsführer Enni Sport & Bäder und Geschäftsführer der Kultur GmbH in Personalunion, bestätigte am Freitag auf NRZ-Anfrage: „Die Pläne werden jetzt noch einmal im Enni-Verwaltungsrat eine Rolle spielen. Wenn es zur Bildung einer Genossenschaft kommt, sind Partner willkommen.“ Hohensträter weist allerdings darauf hin, dass eine Genossenschaft unter Beteiligung der Kultur GmbH keineswegs alle Probleme lösen, vielleicht aber die Lasten auf mehrere Schultern verteilen könne. Und: Enni und die Gesellschafter der Kultur GmbH müssten sich noch für das Genossenschaftsmodell entscheiden.

Die Genossenschaft könnte nach den Vorstellungen von Dirk Hohensträter Servicedienstleistungen für Festivalhalle, Eishalle, Solimare und Sportpark Rheinkamp übernehmen. Dazu könnte auch die Vermarktung gehören, wie Hohensträter am Freitag noch einmal bestätigte.

Betriebskosten von 270 000 Euro

Die Hoffnung: Kann zum Beispiel die Festivalhalle öfter als bisher vermietet werden, verringern sich die hohen Betriebskosten, die Hohensträter im Juni 2015 bei 305 000 Euro und jetzt bei 270 000 Euro verortet. Mitte 2015 war man bei der Vorstellung des Genossenschaftsmodells von Einnahmen von 61 000 Euro pro Jahr ausgegangen. Auch auf diese Weise könnten die Verluste nicht komplett aufgefangen werden.

Sollte es schlimmstenfalls zu einer Insolvenz der Moers Kultur GmbH kommen, müssten die städtischen Zuschüsse für das Schlosstheater und das Comedy Arts Festival neu organisiert werden. In diesem Jahr sind im Etat rund 1,6 Millionen Euro für die Kultur GmbH vorgesehen. Davon gibt die Gesellschaft aber 20 000 Euro an das Comedy Arts Festival und rund 1,25 Millionen Euro an die Schlosstheater GmbH ab. Für die Kultur GmbH bleiben rund 330 000 Euro.

Beteiligung an der Schlosstheater GmbH

Der Zuschuss für Comedy Arts könnte direkt an den Trägerverein zur Förderung der Jugend- und Kulturarbeit fließen, der auch das Bollwerk 107 betreibt. Anders sieht es jedoch bei der Schlosstheater GmbH aus, die zu 96 % der Kultur GmbH gehört.

Die verbleibenden vier Prozent gehören dem Freundeskreis des Schlosstheaters. Im Klartext: Damit die Schlosstheater GmbH nicht in die Insolvenz der Mutter Kultur GmbH gezogen würde, müsste sich die Stadt direkt an der Schlosstheater GmbH beteiligen – eigentlich ein rein formaler Akt.

Bisher geht aber niemand der Beteiligten tatsächlich von einer Insolvenz der Kultur GmbH aus.

Matthias Alfringhaus

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2016-02-27 06:00
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