Als „Kulturhalle“ nicht bezahlbar

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Moers..  Die Halle am Solimare soll bleiben, was sie ist: Spielstätte für das Moers Festival, Comedy Arts sowie Kinder- und Jugendveranstaltungen des Moerser Schlosstheaters. Mehr wäre wünschenswert, ist aber derzeit nicht bezahlbar. Dies ist im Kern das Ergebnis der Diskussion innerhalb der Kultur GmbH über ein Betreiberkonzept. Die Eigentümerin stellt ihr Modell gleichwohl zur Diskussion und will sich anderen Finanzierungen nicht verweigern.

Bekanntlich ist die Festivalhalle als Spielstätte für das Moers Festival konzipiert und realisiert worden – vorwiegend mit Geld von Bund und Land. Allein durch den Umzug vom Zelt im Freizeitpark zum Solimare spart die Kultur GmbH zwischen 55 000 und 91 000 Euro an jährlichen Betriebskosten, stellt die Firma ICG culturplan in einem Gutachten fest. Weiter heißt es, die Halle, die rund 1200 Besucher fasst, seit gut geeignet für viele Kultur- und einfache Vereinsveranstaltungen sowie für größere Versammlungen. Die Kehrseite: Die technische Ausstattung müssen die Veranstalter selber mitbringen, beziehungsweise mieten, so wie es das Schlosstheater beispielsweise für seine Revue macht. In der jetzigen Form wird die Halle an etwa 30 Tagen im Jahr belegt sein, Auf- und Abbautage nicht mitgerechnet.

Die Kultur GmbH wünscht sich durchaus eine breitere Nutzung der Halle, etwa durch Vereine, Schulen, oder sonstige Kulturveranstaltungen. Dies würde jedoch den Einbau einer Licht- und Tonanlage inklusive der nötigen Traversen nötig machen, außerdem wäre zusätzliches Personal für Vermarktung und Service erforderlich. Die ICG culturplan sieht in diesem Fall ein Potenzial von 20 bis 30 weiteren Veranstaltungen mit 15 000 bis 20 000 Besuchern. Das Problem: Die Investition würde die jährlichen Betriebskosten um 80 000 Euro erhöhen. „Dieses Geld haben wir nicht“, stellt Ulrich Greb, Geschäftsführer der Kultur GmbH und Intendant des Schlosstheaters, fest. Der Aufsichtsrat hat deshalb beschlossen, zunächst beim Konzept „Festivalhalle“ zu bleiben.

Diskussion über weitere Geldquellen

Das endgültige Aus für das Konzept „Kulturhalle“ muss dies freilich nicht bedeuten. Im Gegenteil wünscht sich die Kultur GmbH nun eine öffentliche Diskussion, in der über weitere, phantasievolle Finanzierungsmöglichkeiten nachgedacht wird. Selbst die Vergabe des Namens an einen Sponsor schließt Ulrich Greb nicht aus. Den Auftakt zur Diskussion soll es bald im Kulturausschuss des Rates geben.