Allstars starteten im Bollwerk durch
20.11.2011 | 17:41 Uhr 2011-11-20T17:41:00+0100
Moers.Da hat sich allerhand bewegt am Freitagabend im Bollwerk 107, beim Moerser Allstars -Konzert für den guten Zweck.
„Gedacht war eigentlich, dass das so eine Sache wird für 200 oder 220 Leute“, so der bescheidene Kommentar von Initiator Ingo Plückhahn. „Ich habe nicht gedacht, dass wir die Leute so aktivieren können.“ Ob für den guten Zweck oder aufgrund der geballten Bühnenpräsenz, es wurde voll. Die Abendkasse war bis 0.30 Uhr geöffnet. Zehn Euro für einen ganzen Abend Musik gab auch hier noch jeder gern.
„Das ist unglaublich gewachsen“, freut sich Moderator Thorsten Schröder, Pressesprecher der Stadt Moers, der aus seiner Zeit beim Rundfunk ebenfalls über Mikrofonerfahrung verfügt und die Anwesenden begrüßte: „Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Rockerinnen und Rocker!“
300 Leute waren zur Eröffnung um 19 Uhr im Saal. Den musikalischen Anfang gestaltete Stefan Huth virtuos auf seinem Chapman-Stick. Auf dieser beidhändig spielbaren „Gitarre ohne Bauch“ mit dem charakteristisch warmen Saitenklang bot er ein fesselndes Programm, unter anderem Pink Floyds „Good Bye Blue Sky“, „Samba Pa Ti“ und Medleys diverser Klassiker.
Die Acoustic Allstars starteten im Anschluss mit Cajon, Gitarren und Gesang. Als „Blues-Urgestein“ Horst Gerhardt den Janis-Joplin-Klassiker „Oh Lord, won’t you buy me a Mercedes-Benz“ anstimmte, war der ganze Saal sofort dabei. Es folgten „Venus“ von Shocking Blue, Songs von Pink, Marius, Johnny Cash und zum Abschluss „Always look on the bright side of life“. Als Zugabe gab es „When I’m dead and gone“ mit Mandolinenklängen.
Die Allstars starteten kraftvoll mit „Sunshine of your Love“ von Cream. Beatles, auch BAP, Klaus Lage oder Marius Müller-Westernhagen folgten. Alle Stücke begeisterten die Gäste. Und auch ruhigere und anspruchsvollere Nummern kamen mit „A whiter shade of pale“ oder „Comfortably numb“ zu Gehör.
Das Publikum der Moerser Allstars Rocksession dankt allen beteiligten Musikern, als da wären: Stefan Huth sowie die Acoustic Allstars Klaus Sonntag, Horst Gerhardt, Andrea Hedding, Andreas Pasieka, die Moerser Allstars Sandra Baetzel, Dennis Bongardtz, Rainer Bushe, Peter Dopp, Markus Grimm, Markus Koopmann, Heiko Lindner, Uli Oberheiden, Ingo Plückhahn, Klaus Rollenstein, und Peter Weinstock.
Beim Abschlusssong „We are the World“ waren alle noch einmal auf der Bühne, unterstützt vom „Allstar-Chor“ aus den Witches of Pitches und Gospel Invitation. Mit Zugaben ging es bis zum letzten „Guten Abend, Gut’ Nacht“ als Saxophon-Solo bis nach halb zwölf. Der Erlös des Abends geht an „Klartext für Kinder“ und die Lebenshilfe Moers.
Richtig romantisch wurde es bei „Angels“ von Robbie Williams, erstklassig intoniert von Markus Grimm. Das Publikum schunkelte und summte mit, im Schein von Feuerzeugen und Knicklichtern.
„Wir wollen doch ‘mal überprüfen, was der Ingo hier macht“, lacht Jürgen Hircz aus Baerl. Mit insgesamt zehn Menschen waren sie da, Nachbarn, Freunde und Kollegen, auch aus Millingen.
Die Akzeptanz beim Publikum und die Stimmung im Saal waren prima. Auch deutlich jüngere Leute – der Saalschnitt lag geschätzt bei knapp unter 40 Jahren – haben sich wohl gefühlt: „Das ist zwar nicht meine Musik, aber das ist echt cool!“, so Monique Meurer, die an der Abendkasse Dienst tat und sonst eher zu den monatlichen Düster-Partys „Dark Dimensions“ ins Bollwerk kommt.
Immer wieder gab es knackige Gitarrensoli von Ingo Plückhahn in seiner Sergeant-Peppers-Uniformjacke, nach Eric Claptons „Cocaine“ folgte ein groovendes Drum-Solo. Solides Handwerk wird halt immer noch geachtet. Die Frontleute animierten zum Mitsingen und -tanzen, sofern das überhaupt noch notwendig war.
Der Sound in der Halle war zwar etwas unterschiedlich, aber insgesamt hat auch das Bollwerk wieder einmal seine Qualität als guter Veranstaltungsort in Moers beweisen können.
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