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„Aktiv” gegen den Betriebsrat
03.07.2009 | 19:06 Uhr 2009-07-03T19:06:00+0200Arbeitnehmervertreter und Geschäftsführer des Kamp-Lintforter Reinigungsunternehmens überziehen sich gegenseitig mit Vorwürfen.
Seit die Beschäftigten der Gebäudereinigungsfirma „Aktiv” vor über einem Jahr einen Betriebsrat gegründet haben, liegen Arbeitnehmervertreter und Geschäftsführung im Dauerstreit. Jetzt erhebt die Gewerkschaft IG Bau erneut schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen mit über 800 Beschäftigten und spricht von „unhaltbaren Zuständen”. Der Boss Martin Boersma kontert, der Betriebsrat werde von der Gewerkschaft instrumentalisiert.
Konkret beklagt die IG Bau, dass der seit August letzten Jahres amtierende Betriebsrat noch immer kein funktionsfähiges Büro habe. „Aktiv” habe lediglich einen viel zu kleinen Container zur Verfügung gestellt, den Martin Boersma nun wegen fehlender Baugenehmigung abtransportieren und samt Dixiklo einige hundert Meter außerhalb des Firmengeländes aufstellen ließ. Zumindest zeitweise gab es dort weder Strom noch Wasser. Das Büro müsse aber seinen Platz auf dem Firmengelände haben, betont Rechtsanwalt Jörg Faust, der den Betriebsrat in mehreren Arbeitsgerichtsverfahren gegen Boersma vertritt: „Da gibt es eindeutige Arbeitsgerichtsentscheidungen.”
Firmenchef Boersma weist die Kritik am Bürocontainer zurück. Schließlich habe der Betriebsrat selbst die Gewerbeaufsicht bestellt, die die fehlende Baugenehmigung bemängelte. Anders als durch Verlagerung sei das Problem auf die Schnelle nicht zu lösen gewesen. Als Büro für drei freigestellte Arbeitnehmervertreter sei der Container groß genug. Für die Sitzungen des gesamten 13-köpfigen Gremiums stünden Tagungsräume im Hause zur Verfügung, deren Nutzung der Betriebsrat freilich ablehnt. Die Begründung dazu wirft ein Schlaglicht darauf, wie vergiftet das Klima in dem Reinigungsunternehmen ist: Die Arbeitnehmervertreter haben Angst, dort abgehört zu werden.
Streit gibt es auch um die geplante Aufteilung der Firma in zehn Betriebsteile. Die IG Bau argwöhnt, Boersma wolle damit den Betriebsrat aushebeln. Der Chef verweist auf „ausschließlich wirtschaftliche Gründe” und ergänzt: „Das ist eine unternehmerische Entscheidung. Da lass ich mir nicht reinreden.” wit
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