Ärger um Saunaclub-Plakate auf städtischen Werbeflächen in Moers

So wie hier an der Mülheimer Straße in Oberhausen wirbt der Erkrather Saunaclub auch in Moers auf großflächigen Plakaten.
So wie hier an der Mülheimer Straße in Oberhausen wirbt der Erkrather Saunaclub auch in Moers auf großflächigen Plakaten.
Foto: Funke Foto Services
Auf großen Plakatwänden wirbt ein Saunaclub in Moers für einen Besuch bei seinen „100 Girls“. Auch die Stadt ist unzufrieden mit der Reklame auf ihren Werbeflächen.

Moers.. Nicht, dass die Moerserinnen und Moerser besonders prüde wären, doch diese Reklame sorgt für Irritationen: Auf Plakatwänden, neun Quadratmeter groß, wirbt derzeit ein Saunaclub aus Erkrath bei Düsseldorf im gesamten Stadtgebiet für einen Besuch bei seinen „100 Girls“. Die städtische Gleichstellungsbeauftragte Barbara Folkerts ist sauer: Werbung für einen Sex-Betrieb „müssen wir in Moers nicht haben“. Bei ihr haben sich offenbar etliche Bürger telefonisch über Sex-Werbung beschwert.

Nun sind die Plakate in der Sache harmlos. Nackte Haut gibt’s nicht, nur die Gesichter von zwei jungen Frauen. Doch in Zeiten von Google reicht es, den einprägsamen Namen des Saunaclubs abzubilden. Auf dessen Homepage bleiben keine Zweifel, um was es geht: Nämlich um die „erotische Gesellschaft von mehr als 100 internationalen sexy Girls“.

Nicht die einzige Beschwerde

Pikanterweise gehören die Plakatwände der Stadt. Sie hat ihre 250 Werbeflächen Anfang 2014 auf Ratsbeschluss an die Deutsche Plakatwerbung GmbH (DPW) in Koblenz verpachtet, die die Wände, Litfaßsäulen, Wartehäuschen an Bushaltestellen und Vitrinen vermarktet – mit Vorgaben: Die Werbung darf nicht sittenwidrig, diskriminierend und rassistisch sein und nicht für Sekten eintreten. Juristisch sei die DPW „auf der sicheren Seite“, sagt ein Sprecher der Stadt auf Anfrage. Dennoch habe man dem Vermarkter mitgeteilt, „dass wir diese Art Werbung nicht gerne haben“. Moers, so habe man von der DPW erfahren, habe sich nicht als einzige Stadt über die bundesweite Kampagne für den Saunaclub beschwert.

Die DPW beharrt darauf, dass die Werbung juristisch nicht angreifbar sei. Gleichwohl ende die Kampagne in dieser Woche. Barbara Folkerts dagegen verweist auf die „diskriminierenden Arbeits- und Lebensbedingungen“ in Sex-Betrieben wie Bordellen und Saunclubs: „Dafür müssen wir hier nicht werben.“

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