Ach, die Doppelrollen ...

Matthias Schönfeldt inszeniert zum ersten Mal am Schlosstheater.
Matthias Schönfeldt inszeniert zum ersten Mal am Schlosstheater.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Opernregisseur Matthias Schönfeldt führt in der letzten Schlosstheater-Premiere dieser Spielzeit bei Heinrich von Kleists „Amphitryon“ Regie

Moers..  Nichts ist sicher. Noch nicht einmal, dass der Mann, mit dem Alkmene gerade eine göttliche Liebesnacht verbracht hat, ihr rechtmäßig angetrauter war: Mit Heinrich von Kleists tragikomischem Lustspiel „Amphitryon“ feiert das Schlosstheater am kommenden Donnerstag die letzte Premiere der Spielzeit. Zumindest hier gilt es als sicher, dass Matthias Schönfeldt zum ersten Mal auf der Moerser Schlossbühne die Regie übernimmt. Für Schönfeldt, bislang vor allem als Opernregisseur bekannt, eine Aufgabe, die ihn besonders reizte.

Der Kontakt zum Schlosstheater kam über Bühnenbildnerin Birgit Angele zustande. Beide Theaterleute lernten sich vor 20 Jahren bei einer Uraufführung am Theater Ulm kennen und schätzen. Jetzt arbeiten sie auch für die Amphitryon-Inszenierung wieder eng zusammen. Die Probenarbeit an einem so kleinen Haus wie dem Schlosstheater hat Schönfeldt bereits zu schätzen gelernt: „Hier steigt die ganze Crew in die Arbeit mit ein, versucht, alles möglich zu machen und mit allen Kräften zu unterstützen. Es ist eine tolle Erfahrung, dass die Schauspieler mitdenken und sich immer wieder einbringen.“ Das sei auf Opernbühnen mitunter schon etwas anders ...

Wörtlich übersetzt heißt Amphitryon „der, den es zwei Mal gibt“. In der Moerser Inszenierung soll gemäß des Spielzeitthemas „Sicherheit“ vor allem das Spiel mit den Identitäten in den Fokus rücken. Dazu lässt Schönfeldt das eigentlich für sechs Schauspieler und Komparsen geschriebene Stück von vier Ensemblemitgliedern (Matthias Heße, Marissa Möller, Katja Stockhausen und Frank Wickermann) spielen – zwei davon in Doppelrollen, die den Schauspielern und den Zuschauern einiges abverlangen werden, so Schönfeldt: „Das ist schon nicht ohne, innerhalb eines Dialoges die Rolle zu wechseln.“ Verwirrung ist programmiert und explizit gewollt.

Schon als junger Student in Berlin verehrte Schönfeldt Heinrich von Kleist und sah viele Inszenierungen. „Obwohl mir ausgerechnet ,Amphitryon’ eigentlich gar nicht so gut gefiel“, sagt der Regisseur, „der Stoff ist auf der Bühne nicht einfach zu machen.“ Für seine Inszenierung hat er in die Textvorlage eingegriffen, spielt auch mit verschiedenen Möglichkeiten des Handlungsverlaufs.

Denkbar also, dass dieser Komödienabend nicht mit dem wohl berühmtesten „Ach!“ der Theatergeschichte endet.

Schon am Sonntag, 19. April, 11.30 Uhr, lädt das Schlossstheater zur Matinee ins Schloss. Regisseur Matthias Schönfeldt liefert Einblicke in die Inszenierung.

Premiere feiert das Stück am Donnerstag, 19.30 Uhr, ebenfalls im Schloss.

Weitere Termine: 2. und 21. Mai, 19.30 Uhr, 31. Mai, 18 Uhr und 5. Juni, 19.30 Uhr. Karten unter der Rufnummer: 02841/88 34 110.